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Wechsel
Nach heißen Hochsommertagen winkt Abkühlung

Bei hochsommerlichen Temperaturen sind Paddler auf einem Seitenarm der Havel unterwegs.
Bei hochsommerlichen Temperaturen sind Paddler auf einem Seitenarm der Havel unterwegs. © Foto: dpa/Ralf Hirschberger
dpa / 09.08.2018, 19:15 Uhr - Aktualisiert 09.08.2018, 19:16
Potsdam (dpa) „Höchstwerte zwischen 24 und 26 Grad“ – über diese Temperatur-Prognose freuten sich am Donnerstag viele Berliner und Brandenburger. Einen Wechsel aus Sonne und Wolken sowie vereinzelte Regenschauer versprach die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Freitag. Auch die Nächte sollen wieder kühler werden: beispielsweise 14 bis 11 Grad in der Nacht zu Samstag.

Die wochenlange Hitze erreichte zur Wochenmitte in Berlin und Brandenburg vorläufige Jahresspitzenwerte: 38,4 Grad wurden in Langenlipsdorf am Mittwoch gemessen, wie der DWD auf dpa-Anfrage mitteilte. Heißer war es in Brandenburg zuletzt nur im August 1992 mit 39,2 Grad. Der Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) war damit der heißeste Fleck in ganz Deutschland.

In Berlin-Tegel wurden am Mittwoch 38,0 Grad gemessen; mehr waren es zuletzt im August 2015 an der Wetterstation Berlin-Kaniswall (Bezirk Treptow-Köpenick). Nach den Rekordwerten warnte der DWD am Donnerstag für die Region Berlin/Brandenburg vor lokalen Gewittern, den Tag über blieb es aber zunächst heiß und sonnig.

Für Brandenburgs Wälder wären eine Abkühlung und Niederschläge hochwillkommen. „Die heiße Zeit bedeutet vor allem für Jungbäume extremen Stress“, sagte Andreas Bolte, Leiter des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde (Landkreis Barnim). Ihre Wurzeln reichten noch nicht tief genug in die Erde und die Oberfläche sei durch die langanhaltende Trockenheit komplett ausgetrocknet. Ältere Bäume könnten da schon besser mit der Hitze umgehen. So reichten die Pfahlwurzeln einer ausgewachsenen Kiefer bis zu vier Meter tief in die Erde. Das sei bei der Trockenheit eine gute „Lebensversicherung“.

Die hochsommerlichen Temperaturen ließen die Pflanzen sogar schrumpfen, erklärte Bolte. So wie Holz je nach Feuchtigkeit aufquille oder sich zusammenziehe, so verhielten sich auch die Bäume. Die Werte seien jedoch minimal. So schrieb die „twitternde Kiefer“ aus Britz bei Eberswalde am Mittwoch auf Englisch in dem Kurznachrichtendienst, ihr Durchmesser habe eine maximale Schwankung um etwa 0,28 Millimeter. „Dies kann ein Indikator für Stress sein“, hieß es in dem Tweet weiter. Seit 2016 informiert der Baum mit einem Gesamtdurchmesser von rund 26 Zentimetern seine über 1500 Follower täglich über Wasserhaushalt und Wachstumsverhalten.

Auch anhand des Wassertransports im Baum sieht man die Folgen des trockenen Wetters für die vernetzte Kiefer. Dieser sei mit durchschnittlich einem Liter an den heißen Tagen nicht besonders hoch, sagte Bolte. „An schönen langen Sommertagen können die Bäume 10 bis 15 Liter transportieren.“ Um Verdunstung einzusparen werfen Laubbäume wie Birke und Buche bereits ihre Blätter ab.

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