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Landiner Familie ist nach der Katastrophe überglücklich, in vier Wochen ins neue Heim einziehen zu können

Feuer
Neues Haus für Brandopfer

Oliver Schwers / 18.08.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 18.08.2018, 15:30
Landin (MOZ) Monatelang haben sie provisorisch im Zelt und im Wohnwagen kampiert, jetzt steht schon der Rohbau ihres neuen Hauses. Kinder und Eltern der im Herbst abgebrannten Familie Benz-Weiss aus Landin sind glücklich, bald in ihr neues Zuhause einziehen zu können.

In rasender Geschwindigkeit stampfen die Handwerker den Fertigteilbau aus dem Boden. Mit jeder Stunde wachsen Wände, Fenster, Decken und Treppen in die Höhe. Innerhalb von zwei Tagen hat die Firma den Rohbau genau auf die Stelle gepflanzt, an der am 4. November 2017 das ganze Heim der sechsköpfigen Familie Benz-Weiss bei einem verheerenden Feuer mitten in Landin vernichtet wurde. Flammen und Rauch machten die gesamte Habe, das Inventar, Kleidung, Wäsche und Hausrat unbrauchbar. Der Rest musste abgerissen werden.

Das emporsprießende Fertighaus ist etwas kürzer, dafür breiter. Die frühere Wohnfläche erreicht es nicht mehr. Ein moderner Bau anstelle des alten Gebäudes. Doch die Familie freut sich. Die Kinder sind überglücklich. Sie sehen ein Ende ihres Dramas und haben den Einzug in vier Wochen vor Augen. Die Familie entschied sich gemeinsam mit der Versicherung für diese Variante, um möglichst schnell wieder ein festes Obdach zu finden.

Denn die Übergangszeit zehrte an ihren Nerven. Zuerst der Schock über den plötzlichen Brand, ausgelöst durch eine Verteilersteckdose. Dann die Suche nach einer provisorischen Unterkunft. Die Familie hat viel Hilfe bekommen in der ersten Not. Menschen aus dem Dorf und aus der Umgebung sammelten Kleidung und Ausstattung. Vereine, Amt und Gemeinde unterstützten, wo sie konnten. Schließlich fanden die Eltern und die vier Kinder eine Bleibe in einer großzügig ausgestatteten Ferienwohnung in Pinnow. Doch waren nach vier Monaten dort mehrere tausend Euro Mietkosten aufgelaufen, obwohl der Vermieter schon den Preis halbiert hatte. Marcel Benz-Weiss kündigte daraufhin und organisierte einen großen Wohnwagen sowie ein Zelt. Beides stellte er im Garten auf.

Doch dieses Provisorium hat bald ein Ende. Die Versicherung bezahlt den Aufbau des Fertighauses, hat sofort reagiert. „Es wird Zeit, dass wieder Normalität eintritt. Die Kinder freuen sich riesig“, sagen die Eltern. „Wir haben auch nicht gedacht, dass alles so lange dauert.“ Gutachten, Planungen, Beratungen und viel Bürokratie verschlangen Zeit. Ein Umbau eines auf dem Grundstück befindlichen unbewohnten Altbaus kam für sie nicht in Betracht, weil das Gebäude ihnen zu marode erscheint.

Es gab auch viele Gerüchte. Darüber ärgert sich Marcel Benz-Weiss bis heute. „Hinter dem Rücken sprechen einige Leute von warmem Abriss“, erzählt er. „Das ist absurd. Unsere Kinder waren im Haus, als es brannte.“ Und eigentlich waren sie auch aufs Dorf gezogen, um in einem Altbau zu leben und den zu sanieren. „Was die Familie durchgemacht hat, ist schlimm“, sagt die Freundin Monique Merk.

Doch die Welle der Hilfsbereitschaft ist bis heute nicht abgerissen. Wenn das neue Haus steht, hat ein Schwedter Einrichtungsmarkt zwei Kinderzimmer versprochen. Den Rest können die Eltern aus Spendenmitteln bestreiten. Folge des Brandes: Ein Kind wünscht sich jetzt eine Eisentür für sein Zimmer, aus Angst vor Feuer.

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