Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

125 Kindereinrichtungen im Barnim bieten seit 1. August das beitragsfreie letzte Kita-Jahr vor der Einschulung an. Zahlungen haben sie dafür vom Landkreis noch nicht erhalten. Auch für Berlin-Kinder, die im Barnim wohnen, ist ein Bearbeitungsstau entstanden.

Beitragsfreies Kita-Jahr
Zahlungen bis November

Kinderküche in der Bernauer Kita Angergang: Die Mädchen und Jungen, hier sind Bernauer Kinder beim Kochen zu sehen, die bald zur Schule kommen, dürfen Kitas nun beitragsfrei besuchen. Bis November will der Kreis ausstehende Ausgleichszahlungen an die Träger überweisen. Foto: Sergej Scheibe
Kinderküche in der Bernauer Kita Angergang: Die Mädchen und Jungen, hier sind Bernauer Kinder beim Kochen zu sehen, die bald zur Schule kommen, dürfen Kitas nun beitragsfrei besuchen. Bis November will der Kreis ausstehende Ausgleichszahlungen an die Träger überweisen. Foto: Sergej Scheibe © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 19.09.2018, 19:12 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) 2000 Barnimer Mädchen und Jungen besuchen seit 1. August beitragsfrei ihre Kindertagesstätten in den Heimatorten. Eltern zahlen dafür nichts. Das Land Brandenburg lässt sich die Elternbeitragsfreiheit für Kinder im Jahr vor der Einschulung 44 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Bei der Umsetzung in den Gemeinden gab es kaum Probleme. Die Kommunen ließen automatisch die Bescheide im SEPA-Lastschriftverfahren umschreiben oder informierten darüber, die Daueraufträge zu ändern. Die Beitragsfreiheit umfasst den Elternbeitrag, nicht das Essengeld oder Leistungen, die von Dritten angeboten werden. Wer den Sport-, Sprach- oder Musikunterricht besucht, hat dafür auch weiterhin selbst die Zahlungen aufzubringen.

Die neue Regelung betrifft auch Kinder, die vorzeitig eingeschult oder vom Schuleintritt zurückgestellt werden. Im Falle einer vorzeitigen Einschulung werden die bereits gezahlten Beiträge zurückgerechnet. Sofern ein Kind vom Schulbesuch zurückgestellt wird, erhalten die Eltern für dieses Kind ein zweites beitragsfreies Jahr. So hat es das Land Brandenburg geregelt. Die entsprechenden Informationen, beklagte die Sozial-Fachbereichsleiterin von Panketal, Cassandra Lehnert, allerdings im jüngsten Sozialausschuss, seien mehr als mager gewesen. Immerhin sei der Arbeitsaufwand enorm gewesen, einige Formulierungen hingegen widersprüchlich.

Dem Landkreis erging es da nicht anders. Für die 2000 Kita-Kinder in 125 Kindertagesstätten, die im Barnim betrieben werden, sollen Ausgleichszahlungen erfolgen. Die betragen pro Kind 125 Euro und gehen an die Kommunen. Wie Oliver Köhler, Sprecher des Kreises, auf Anfrage informiert, erfolgen diese Zahlungen bis zum 1. November 2018.

In seinem Bericht an den Kreistag hatte Landrat Daniel Kurth (SPD) zuletzt bezüglich der Elternbeitragsfreiheit in Kitas betont, dass dem Jugendamt eine zusätzliche Personalstelle zugeführt worden sei. „Ziel ist es, den Trägern zeitnah die Erstattungen zukommen zu lassen“, betonte er. Und: „Finanzielle Engpässe müssen gerade für kleine und ehrenamtlich geführte Träger vermieden werden.“

Aktuell gibt es im Dezernat II einen Bearbeitungsstau, der die Kinder betrifft, die in Berlin Kindereinrichtungen besuchen, aber im Barnim leben. Köhler informiert, dass 300 000 Euro an die betreffenden Barnimer Kommunen noch nicht ausbezahlt wurden. „Für die Rechnungslegung der Kinder, die in Berlin betreut werden, hat der Landkreis eine Frist von vier Jahren. Die Rechnungsstellung wird voraussichtlich im Jahr 2019 erfolgen“, so die Auskunft aus dem Bereich Kita. Probleme seien nach Auskunft aus den Kommunen entstanden, weil die Stelle des Sachgebiets Kita beim Kreis unbesetzt gewesen sei.

Das bestätigt Köhler nicht. Er informiert, „dass die Stellen alle besetzt sind. Zudem befindet sich eine neu geschaffene Stelle im Besetzungsverfahren.“ Vorhandene Anträge würden zügig bearbeitet.

Eine bessere Planung und Steuerung der Platzvergabe soll künftig auch der neue Kitaplaner bringen. Der wird gerade von Modellkommunen, dazu zählen Eberswalde und Panketal, mit Fakten gefüttert und einem Praxistest unterzogen. Er qualifiziert, so das Ziel, die Anmeldungen und bietet Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder digital für Plätze in ihren Kommunen zu registrieren. Doppelanmeldungen sollen damit entfallen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG