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Landesforstbetrieb erhält mehr Personal für Prävention / Kameras werden modernisiert

Prävention
Verstärkt gegen Waldbrände

Minister Jörg Vogelsänger (2.v.l.) informiert sich in Peitz über die Waldbrände in der Lieberoser Heide.
Minister Jörg Vogelsänger (2.v.l.) informiert sich in Peitz über die Waldbrände in der Lieberoser Heide. © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 11.10.2018, 15:37 Uhr - Aktualisiert 11.10.2018, 19:45
Peitz (MOZ) Der Landesforst reagiert auf das extreme Waldbrandgeschehen in diesem Jahr mit einem Zehn-Punkte-Plan. Zu den Maßnahmen gehört die Einstellung von 36 Mitarbeitern, die Waldbesitzer zum vorbeugenden Waldbrandschutz beraten.

Wäre der Hintergrund nicht so ernst, könnte man sich glatt in eine Safari-Szenerie hineinversetzen: Eine Kolonne allradgetriebener Forstfahrzeuge wühlt sich durch die Sandwüste der Lieberoser Heide. Hier und da hält der Konvoy an, Männer im zünftigen Förster-Grün  und ein Herr mit Anzughose und weißem Hemd entsteigen den Autos. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), in dessen Ressort auch der Landesforstbetrieb angesiedelt, ist, macht sich persönlich ein Bild von den Waldbränden, die in diesem Jahr in der Lieberoser Heide, Im Wald bei Treuenbrietzen, und vielen anderen Orten in Brandenburg gewütet haben. Zuvor hatte der Minister in Peitz ein Zehn-Punkte-Programm zur Bekämpfung und Vorbeugung von Waldbränden vorgestellt.

Mit 1630 Hektar aus 470 Bränden ist in diesem Jahr eine Rekordmarke erreicht worden. Im bisher schlimmsten Jahr 1992 war eine Fläche von insgesamt rund 1300 Hektar verbrannt. Zu dem nun vorgestellten Maßnahmenpaket zählt die Einstellung von 36 Mitarbeitern im Landesbetrieb Forst. Sie haben die Aufgabe, vor allem private Waldbesitzer zum vorbeugenden Waldbrandschutz und zu geeigneten Förderungen zu beraten. Laut dem Minister können Maßnahmen, wie der Bau von Waldbrandschutzwegen oder Löschwasserentnahmestellen bis zu 100 Prozent gefördert werden. Ziel sei, die „weißen Flecken“, also die Gebiete, in denen es keine oder zu wenige Löschwasserentnahmestellen gibt, zu beseitigen.  Auch der Waldumbau mit Laubgehölzen, die weniger anfällig für Waldbrände sind, könne gefördert werden. Außerdem kündigte der Minister an, das Netz der Waldbrandüberwachungskameras zu modernisieren. Hierfür stellt das Land 3,8 Millionen Euro zu Verfügung. Das Land will zudem die Netzabdeckung der Diensthandys der Forstmitarbeiter verbessern.

Weitere Maßnahmen sind eine verstärkte Aufklärung der Öffentlichkeit und die Beschilderung brandgefährdeter Waldgebiete sowie häufigere Kontrollgänge in den Wäldern.

Dass Lieberose einer der Waldbrandschwerpunkte ist, wird auch dadurch deutlich, dass zeitgleich Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sich in der Lieberoser Oberförsterei über die Lage vor Ort erkundigte. Und die ist seit Mittwoch wieder außer Kontrolle. Erst brannten etwa zwei Hektar Wald am westlichen Rand der Lieberoser Heide, seit Donnerstag wütet ein Brand in der sogenannten „roten Zone“, ein stark munitionsbelastetes Gebiet. Die Fläche wurde Donnerstagabend von der Oberförsterei Lieberose auf vier bis sechs Hektar geschätzt. Ein Löschhubschrauber der Bundespolizei wurde angefordert.

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