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Doch auch diesmal muss der SPD-Kandidat in einen zweiten Wahlgang - einmal mehr gegen die Konkurrenz der Linken.

Potsdamer OB-Wahl
Erneut SPD und Linke in der Stichwahl

dpa / 12.10.2018, 07:23 Uhr
Potsdam (dpa) SPD gegen Linke: Das immer wiederkehrende Duell zwischen den Kandidaten der beiden Parteien bei der Wahl zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam wiederholt sich auch diesmal bei der Stichwahl. Am kommenden Sonntag (14. Oktober) tritt der Sozialbeigeordnete Mike Schubert für die SPD und die parteilose Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth für Die Linke an. Beide wollen SPD-Oberbürgermeister Jann Jakobs beerben, der nach 16 Jahren als Stadtoberhaupt in den Ruhestand geht. Im ersten Wahlgang hatte Schubert mit 32,2 Prozent die Nase vorn, Trauth kam auf 19,1 Prozent.

Für die in den Umfragen schwächelnde SPD geht es ein knappes Jahr vor der Landtagswahl darum, wenigstens noch in einer der vier kreisfreien Städte das Stadtoberhaupt zu stellen. Denn in den übrigen drei großen Städten ging das Amt bereits an die politische Konkurrenz verloren.

In Potsdam soll es nach Jakobs nun Schubert richten. Der 45-Jährige kann auf einen Popularitätsbonus aus dem Amt des Sozial- und Ordnungsdezernenten setzen, das er seit zwei Jahren innehat. Als inhaltliche Schwerpunkte seiner Kandidatur nennt Schubert den Kampf gegen steigende Mieten, genügend Kitas und Schulen sowie die bessere Steuerung des Verkehrs mit mehr Bussen, Bahnen und Radwegen in der wachsenden Stadt. Um den Nahverkehr für die Bürger attraktiver zu machen, will Schubert mit dem Verkehrsverbund ein 365-Euro-Jahresticket aushandeln.

Trauth ist seit acht Jahren als Gleichstellungsbeauftragte in der Stadtverwaltung. Sie setzt ganz im Sinne der Linken auf soziale Themen und mehr Bürgerbeteiligung: So nennt die 53-Jährige als Ziele die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, den Bau von Schulen und Kitas, den Kampf gegen die Kinder- und Altersarmut und gegen die Personalnot in der Pflege. Trauth will Busse und Bahnen für die Fahrgäste kostenlos anbieten. Im ersten Schritt sollen Schüler, Azubis, Arbeitslose und Rentner ohne Fahrschein einsteigen dürfen.

Seit Einführung der Direktwahl des Stadtoberhaupts im Jahr 1993 lieferten sich in Potsdam stets die Kandidaten der SPD und der PDS beziehungsweise Linke ein Duell - dreimal kam es zur Stichwahl, in der sich jeweils die SPD durchsetzte. Nur der spätere Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gewann 1998 direkt im ersten Wahlgang gegen die Linke-Kandidatin Anita Tack.

Besonders knapp fiel die Stichwahl im Jahr 2002 zwischen Jakobs und dem Linke-Kandidaten Hans-Jürgen Scharfenberg aus: Jakobs kam mit einem hauchdünnen Vorsprung von 50,1 Prozent der Stimmen ins Amt. Scharfenberg musste sich mit 49,9 Prozent geschlagen geben.

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