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In Havel
400.000 Jungaale ausgesetzt – Fischtreppen gefordert

Schüler der Rosa-Luxemburg-Schule in Potsdam betrachten Jungaale in einem Schauglas. Im Rahmen eines Pilotprojektes zur Förderung des Europäischen Aalbestandes werden ca. 400.0000 Jungaale mit einem durchschnittlichen Gewicht von vier Gramm in Havel und Seen rund um Potsdam ausgesetzt.
Schüler der Rosa-Luxemburg-Schule in Potsdam betrachten Jungaale in einem Schauglas. Im Rahmen eines Pilotprojektes zur Förderung des Europäischen Aalbestandes werden ca. 400.0000 Jungaale mit einem durchschnittlichen Gewicht von vier Gramm in Havel und Seen rund um Potsdam ausgesetzt. © Foto: dpa-Zentralbild/Bernd Settnik
dpa / 18.10.2018, 13:51 Uhr
Potsdam (dpa) Der Bestand von Jungaalen in der Havel hat sich auf einen Schlag um Hunderttausende erhöht. Am Donnerstag setzte eine Initiative 400 000 der Fische mit Keschern an verschiedenen Stellen der Havel und in umliegenden Seen aus. Das soll helfen, die Aal-Population in Brandenburgs Gewässern zu verbessern. Die Bestände des Europäischen Aals gingen weltweit in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurück.

Ziel ist es nach Angaben des brandenburgischen Umweltministeriums, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach einigen Jahren die Rückwanderung in die Laichgebiete im Atlantik antreten und dort für Nachwuchs sorgen. Deshalb wurden Gewässer ausgewählt, die eine Verbindung zur Elbe haben. Die Jungaale wurden im April an den Küsten Frankreichs gefangen. Danach wurden sie zunächst angefüttert.

Die Havel brauche zugleich mehr Fischtreppen, sagte der Wissenschaftler Erik Fladung vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam. Die Fischtreppen könnten dem Aal wieder ein natürliches Einwandern ermöglichen. Wehre und Stauanlagen sind für Fische Hindernisse. Um die Bestände zu stabilisieren, hält es Fladung aber auch für ein wichtiges kurzfristiges Mittel, Aale im Fluss auszusetzen.

Geschätzt leben in Brandenburgs Binnengewässern zwischen 30 und 40 Millionen Aale. Dem Umweltministerium zufolge wurden sie fast alle in Gewässer ausgesetzt, sind also nicht auf natürlichem Weg dorthin gelangt. Nach Jahren geht es für sie dann zu den traditionellen Laichgründen in der Sargassosee im Atlantik. Geschlüpfte Aale treibt es anschließende wieder an die Küsten Europas zurück. Die Europäische Union versucht mit verschiedenen Konzepten, den Aal zu schützen. Im Jahr 2007 gab es einen Beschluss, wonach jeder Mitgliedstaat Managementpläne für seine Bestände entwickeln muss.

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