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Google verzichtet auf Campus in Berlin

Menschen stehen im ehemaligen Umspannwerkwerk Kreuzberg in Berlin, im zukünftigem Cafe und Begegnungsstätte des Google-Campus. Der US-Internetkonzern Google will doch keinen Campus für Start-up-Firmen in Berlin eröffnen. In einem ehemaligen Umspannwerk soll stattdessen eine soziale Einrichtung entstehen, wie Google und die beteiligten Organisationen am Mittwoch mitteilten.
Menschen stehen im ehemaligen Umspannwerkwerk Kreuzberg in Berlin, im zukünftigem Cafe und Begegnungsstätte des Google-Campus. Der US-Internetkonzern Google will doch keinen Campus für Start-up-Firmen in Berlin eröffnen. In einem ehemaligen Umspannwerk soll stattdessen eine soziale Einrichtung entstehen, wie Google und die beteiligten Organisationen am Mittwoch mitteilten. © Foto: dpa/Wolfgang Kumm
dpa / 24.10.2018, 16:39 Uhr
Berlin (dpa) Der US-Internetkonzern Google will doch keinen Campus für Start-up-Firmen in Berlin eröffnen. In einem ehemaligen Umspannwerk im Stadtteil Kreuzberg soll stattdessen eine soziale Einrichtung entstehen, wie Google und die beteiligten Organisationen am Mittwoch mitteilten.

Die Online-Spendenplattform Betterplace und der Verein Karuna für Menschen in Not übernehmen als Mieter den Aufbau des neuen „Hauses für soziales Engagement“. Die rund 3000 Quadratmeter Fläche sollen ab dem Frühjahr 2019 von gemeinnützigen Organisationen, sozialen Initiativen und Helfern zum wechselseitigen Austausch und für Projekte genutzt werden.

Google hatte das Gebäude erworben und Ende 2016 angekündigt, dort einen Campus für junge Firmen und andere Organisationen zu etablieren. Kritiker protestierten dagegen, weil der Campus nach ihrer Ansicht die Gegend stark verändert und teurer gemacht hätte. Google will nun nach eigenen Angaben in den kommenden fünf Jahren rund 14 Millionen Euro in Umbau, Ausstattung und Miete für das Haus stecken.

Der zuständige Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) sprach von einem „Wendepunkt in der kontroversen Debatte“. Google sei auf die Forderungen von Politik und Nachbarschaft eingegangen. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) deutete den Schwenk gar als Beleg für „die zunehmende Bedeutung von sozial und ökologisch orientierten Unternehmen und der nicht gewinnorientierten Ökonomie in Berlin“.

Dagegen sprach die CDU von einem „schmerzhaften Tiefschlag für unsere Stadt. Jetzt heißt es: Google findet alles - außer Berlin“, spottete der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Gräff. Der Konzern setze damit „ein fatales Signal in die ganze Welt, wie investorenfeindlich Berlin unter Rot-Rot-Grün inzwischen geworden ist“.

In dieselbe Kerbe schlug die FDP. „Die Umwandlung des geplanten Google-Campus in Kreuzberg in eine Begegnungsstätte ist nicht mehr als schöngeredete Resignation“, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja. „Selbst wenn die neue Nutzung begrüßenswert ist, so ist die Botschaft an alle zukünftigen Unternehmen und Investoren doch fatal: Kommt bloß nicht nach Berlin, erst recht nicht nach Kreuzberg.“ Das werde den Kiez und „Milieuschutz-Fanatiker nun weiter ermutigen, jegliche Veränderung radikal zu torpedieren“.

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