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Warum ein philippinischer Journalist von umweltfreundlichen Initiativen der Hochschule Eberswalde begeistert ist

HNE-Initiative
Aus einseitig wird mehrseitig

Notizblöcke aus einseitig bedrucktem Papier: Die Studentinnen Andrea, Patrizia, Patrizia und Viktoria (v.l.) stellen Jeffrey Hernaez (Mitte) ihr Projekt vor.
Notizblöcke aus einseitig bedrucktem Papier: Die Studentinnen Andrea, Patrizia, Patrizia und Viktoria (v.l.) stellen Jeffrey Hernaez (Mitte) ihr Projekt vor. © Foto: Katrin Hartmann
Jeffrey Hernaez / 14.11.2018, 06:00 Uhr
Eberswalde/Manila Die gute Nachricht: Jeder kann etwas tun, um Umweltverschmutzung etwas entgegenzusetzen. Die schlechte: Einer allein kann nicht viel ausrichten. Doch ein Blick auf Brandenburg und die Philippinen zeigt: Junge Leute suchen weltweit nach kreativen Lösungen.

Müll ist ein globales Problem. Unsere Deponien sind übersättigt, in den Ozeanen schwimmt so viel Kunststoff, dass das Leben im Meer gefährdet ist. Die Abfallwirtschaft ist nicht nur für die Industrieländer ein Thema, sondern auch für Entwicklungsländer.

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde (Barnim) ist stolz darauf, den grünsten Campus Brandenburgs zu haben und betont, dass sie „Worten Taten folgen lässt“, wenn es um Inhalte sowie den Arbeits- und Studierendenalltag geht. Kerstin Kräusche, die Referentin für Nachhaltigkeit der Hochschule, erklärt: „Alle, die bei uns studieren, sehen Nachhaltigkeit als wichtigen Teil ihres Lebensstils. Deshalb versuchen wir, Nachhaltigkeit in jedes Fach zu integrieren.“

Eine Art Initiationsritual, das alle Studierenden in Eberswalde absolvieren müssen, ist die Pflichtvorlesung „Mit der Natur für den Menschen – Einführung in die nachhaltige Entwicklung“. Das haben auch die HNE-Studentinnen Andrea, Patrizia, Viktoria und Patrizia getan und prompt ein Projekt auf die Beine gestellt. ReBlock heißt ihre Idee – benannt nach einem Vorläufermodell aus Österreich.

„Es wird geschätzt, dass jedes Jahr dreieinhalb bis sieben Milliarden Bäume zur Papierherstellung gefällt werden“, erzählen die Studentinnen. „Die meisten Papierprodukte werden nicht recycelt, sondern landen auf der Mülldeponie.“ ReBlock will dem etwas entgegensetzen. Aus einseitig bedrucktem Papier, das die Studentinnen in Schulen und Hochschulen, von Privaten und Firmen gesammelt haben, werden originelle Notizbücher, die durch Kinderzeichungen, alte Zahlentabellen oder andere Mitschriften ihren ganz eigenen Charme bekommen.

Auch auf den Philippinen gewinnt „Go Green“ an Bedeutung. Gruppen jüngerer Leute wollen kreative Lösungen für Umweltprobleme finden. Besonders den vielen Einweg-Kunststoffen, die die Wasserwege Manilas verstopfen oder an den malerischen Stränden des Landes dümpeln, schenken sie ihre Aufmerksamkeit. Der World Wildlife Fund etwa sammelt in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #AyokoNgPlastic (#NoToPlastic) Alternativen zu Einwegprodukten und –verpackungen. Da gibt es speziell gestaltete Öko-Beutel, Strohhalme aus Metall oder Zahnbürsten, die aus Bambus hergestellt werden.

Auch philippinische Künstler widmen sich mehr und mehr dem Thema Recycling. „Upcycle Manila“ und „Junk Not!“ sind Initiativen, die aus weggeworfenen Gegenständen eine neuartige Wohnkultur oder Baumaterialien schaffen. So werden aus „Öko-Steinen“ Spielplätze oder gar Klassenzimmer aus Kunststoffflaschen gebaut.

An der HNE gibt es einen Ort, an dem diese ausländischen und heimischen Ideen zusammenkommen können – den „Runden Tisch“, erklärt Kerstin Kräusche. Dort spielt Nachhaltigkeit grenzüberschreitend eine Rolle. Internationale Studenten, Lehrkräfte und Mitarbeiter tauschen sich über Projektideen aus und nehmen diese mit in ihre Heimat: getreu dem HNE-Leitmotiv „reduzieren, wiederverwenden und recyceln“. Ein Bildungsauftrag, der auch auf den Philippinen gut funktionieren könnte.

Zur Person

Der Autor dieses Beitrags, Jeffrey Hernaez ist ein junger TV- und Radiojournalist bei ABS-CBN in Manila, dem größten Medienhaus der Philippinen. Dort berichtet er über landesweite Ereignisse und Konfliktzonen. Im Rahmen des vom deutschen Goethe-Institut initiierten Journalistenaustausch-Programms „Nahaufnahme“ arbeitete er kürzlich drei Wochen für die Märkische Oderzeitung.

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