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Familien werden stärker als bisher entlastet

Weniger zahlen mehr
Neue Kita-Satzung für Panketal

Niedrigere Beiträge: Für ihre Kinder zahlen die meisten Panketaler bald weniger in den kommunalen Einrichtungen. Nur Besserverdiener werden stärker zur Kasse gebeten.
Niedrigere Beiträge: Für ihre Kinder zahlen die meisten Panketaler bald weniger in den kommunalen Einrichtungen. Nur Besserverdiener werden stärker zur Kasse gebeten. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 17.11.2018, 06:30 Uhr
Panketal (MOZ) Insgesamt, das betont Panketals Fachbereichsleiterin für Soziales, Cassandra Lehnert, komme die Gemeinde damit ihren Leitlinien einer kinder- und familienfreundlichen Politik nach. Der Kostenanteil, den die Gemeinde übernimmt, steigt und wird über den Haushalt der Kommune 2019 abgefangen.

Die neue Kita-Satzung ist klar strukturiert und gut zu verstehen. „Wir wollten die Transparenz unbedingt erhöhen“, so die Fachfrau aus dem Rathaus. Außerdem kann Panketal auf das geänderte Kitagesetz reagieren.

Für die sieben kommunalen Kitas und Horte in der Gemeinde fielen 2017 Gesamt-Betriebskosten in Höhe von 8,69 Millionen Euro an. Sieben Millionen Euro übernahmen Gemeinde und Land, die restlichen 19 Prozent von 1,6 Millionen Euro die Eltern. Dieser Anteil sinkt weiter ab, so Lehnert. Dafür erhalten Familien mit mehreren Kindern größere Entlastungen. Entspannter wird es auch, weil Intervalle für Betreuungszeiten in Fünf- statt bisher Zehn-Stunden-Schritten angemeldet werden dürfen. 19 statt bisher 15 Einkommensstufen weist die neue Elternbeitragssatzung auf. Der Höchstsatz beim Jahresnettoeinkommen der Eltern wird von bislang 55 000 Euro auf 73 000 Euro hochgesetzt. „Viele zahlen den Höchstbetrag freiwillig“, weiß die Fachbereichsleiterin aus Erfahrung. Für die Geringverdiener hingegen und Empfänger von sozialen Leistungen wurde der Satz deutlich abgesenkt.

Etwas teurer wird dafür der Besuch im Schulhort, wenn Familien nur ein Kind haben. Neu hingegen ist die Versorgung der Hortkinder mit Schulessen. Für das Mittagessen setzt die Kommune monatlich 32,22 Euro für Eltern an. Pro Portion an durchschnittlich 18 Betreuungstagen im Monat bei elf Berechnungs-Monaten im Jahr sind das 1,79 Euro. Diese Regelung greift für beide Grundschulen. „Wir haben uns mit dem Kreis für die Schwanebecker Grundschule geeinigt“, macht Lehnert deutlich. Die Differenz zum eigentlichen Essenspreis in Höhe von 570 000 Euro übernimmt die Gemeinde.

Deutlich größer als bisher ist der Vorteil für Familien. Der Geschwisterbonus wächst. Für das fünfte Kind im Haushalt, das noch Kindergeld bezieht, entfallen die Kita-Beiträge ganz, das zweite Kind zum Beispiel zahlt 80 Prozent, das dritte die Hälfte. Cassandra Lehnert rechnet damit, dass in den Kindergärten und -krippen bis zu 80 Prozent, in den Horten immerhin 60 Prozent aller Eltern weniger Gebühren zahlen müssen. Viele Eltern werden in der Gebührenstufe nach unten rutschen.

„Wir liegen mit unserer Satzung im Landesmaßstab im mittleren Bereich. Der hohen Kaufkraft unserer Bewohner folgend, wollen wir aber auch mehr Gerechtigkeit schaffen und Besserverdiener höher belasten“, macht die 40-Jährige deutlich.

Entschieden wird über beide Satzungen in der Gemeindevertretersitzung am 26. November ab 19 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal. Der Sozialausschuss berät am Dienstag ab 19 Uhr im Rathaus darüber.

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