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Kampagne
Berlin will Opfern rechter Gewalt mehr helfen

Pressekonferenz zum Auftakt der Kampagne „Berlin steht an der Seite von Betroffenen rechter Gewalt“: Anetta Kahane (v.l.n.r.), Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, spricht neben Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Senator für Justiz und Antidiskriminierung von Berlin, und Mo Asumang, Regisseurin und Schriftstellerin.
Pressekonferenz zum Auftakt der Kampagne „Berlin steht an der Seite von Betroffenen rechter Gewalt“: Anetta Kahane (v.l.n.r.), Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, spricht neben Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Senator für Justiz und Antidiskriminierung von Berlin, und Mo Asumang, Regisseurin und Schriftstellerin. © Foto: dpa/Christoph Soeder
dpa / 19.11.2018, 13:32 Uhr - Aktualisiert 19.11.2018, 15:22
Berlin (dpa) Mit Plakaten, Postkarten, in sozialen Medien und mit Anzeigen sollen in Berlin mehr Empathie und Unterstützung für Opfer rechter Gewalt erreicht werden. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) stellte die Kampagne am Montag mit Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, vor.

Rechte, rassistische und homophobe Angriffe seien ein bedrückend großes Phänomen, sagte Behrendt zum Auftakt. Berlin wolle Partei für die Opfer ergreifen – „weil wir eine weltoffene Metropole sind und auch bleiben wollen“. Seine Verwaltung hat die Kampagne mit 60.000 Euro finanziert.

Laut Stiftung kommt es deutschlandweit alle 23 Minuten zu einer rechten Straftat. Kahane rief dazu auf, Betroffenen zu helfen und ihre Perspektive einzunehmen. Für Obdachlose sei beispielsweise ein Park kein Ort zum Entspannen, sondern ein Schlafplatz, an dem sie nachts angegriffen werden. Mit Spenden könnten auch eine zerschlagene Brille, Anwaltskosten oder ein Umzug unterstützt werden.

Die Kampagne zeigt als ein Motiv eine Reihenhaussiedlung mit dem Spruch: „Die einen können hier einfach daheim sein. Die anderen werden heimgesucht.“ In Neukölln werden immer wieder Bürger angegriffen, die sich gegen Rechts engagieren.

Nach Angaben von Behrendt erfassten verschiedene Beratungsstellen im Vorjahr 267 rechte, rassistische und antisemitische Angriffe, 324 homophobe Taten sowie 947 antisemitische Vorfälle. Laut der Berliner Beratungsstelle ReachOut ist zwar die Zahl rechter Angriffe zurückgegangen, trotzdem sei Berlin die Hauptstadt solcher Angriffe. Statistisch sind es sieben auf 100.000 Einwohner.

Die oppositionelle FDP-Fraktion begrüßte die Kampagne als richtigen Schritt, bemängelte aber zugleich, dass es gegen Linksextremismus keine solche Kampagne gebe. Linke Gewalt eskaliere immer weiter, monierte der rechtspolitische Sprecher Holger Krestel. Er warf dem rot-rot-grünen Senat vor, Linksextremismus nicht zu verurteilen und nicht entschieden gegen solche Täter vorzugehen. „Sämtlichen Feinden des Rechtsstaates muss mit aller Entschlossenheit begegnet werden“, so der FDP-Abgeordnete.

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