Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Brandschutz
Lehrer und Amtschefs sollen ran

Symbolbild
Symbolbild © Foto: Pixabay
Ulrich Thiessen / 07.12.2018, 06:00 Uhr
Potsdam (MOZ) In einigen Landesteilen gelingt es nicht mehr, tagsüber die notwendigen Einsatzkräfte zur Brandbekämpfung aufzustellen. Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, forderte deshalb am Donnerstag in einer Anhörung des Innenausschusses im Landtag, neue Wege zu gehen.

Seit Jahren wird darüber geredet, die freiwilligen Feuerwehren durch kommunale Mitarbeiter zu verstärken. Schippel warnte vor der Illusion, dass die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes ausreichen könnten. Da muss auch der Amtsdirektor und der Grundschullehrer ran, forderte er. Gleichzeitig räumte er ein, dass es immer noch beamten- und arbeitsrechtliche Probleme zu klären gibt, bevor dies Realität werden kann.

Um die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Feuerwehr zu erhöhen, plant die Landesregierung ein Prämiensystem. Die jetzigen Vorschläge sehen für die Einsatzkräfte 200 Euro pro Jahr und je 500 Euro nach zehn und 20 Jahren vor. Während die Regierungsfraktionen planen, auch die anderen Hilfskräfte wie beispielsweise das THW, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft oder die Johanniter in das Prämiensystem einzubeziehen, lehnt der Feuerwehrverband eine Gleichbehandlung ab.

Schippel hofft zudem auf Brandschutzunterricht an den Schulen, nicht zuletzt um Kinder und Jugendliche für die Nachwuchswehren zu gewinnen. Zurzeit gibt es nur in einigen Landkreisen Besuche von Feuerwehrmännern in den Klassen.

Der Landesverband fordert zudem hauptamtliche Kreisbrandmeister. Der Landkreistag hat sich dem bisher verweigert, weil er darin einen Eingriff in die Personalhoheit sieht. Für Schippel ist es auch ein Unding, dass die Landkreise sich nicht an der Finanzierung der Stützpunktfeuerwehren beteiligen. Diese haben überörtliche Aufgaben und müssten entsprechend auch von den Kreisen unterstützt werden. Als Reaktion auf die Waldbrände im vergangenen Sommer fordert der Feuerwehrverband mobile Einsatzleitungen. Löschflugzeuge oder Löschpanzer hält Schippel zurzeit noch nicht für notwendig.

Stattdessen mangelt es an banalerer Ausrüstung: Die Schutzkleidung fehlt in vielen freiwilligen Feuerwehren. Die Kameraden, so Schippel, behelfen sich mit privaten Bestellungen im Internet. Nicht dringlich, aber auch nicht zu vernachlässigen sei die Forderung nach neuen, modernen Uniformen. Wenn man Spalier steht bei Hochzeiten oder bei Beerdigungen die letzte Ehre erweist, sollte die Feuerwehr schon ehrenvoll auftreten, mahnt der Feuerwehrpräsident.(thi)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG