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BER-Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Bretschneider erobert mit viel Ironie die Sympathie des MOZ-Talk-Publikums / Am 13. Dezember wurde er 70 Jahre alt

BER-Aufsichtsrat
„Beim nächsten Flughafen wird alles besser“

Geschenk zum 70.: MOZ-Talk-Moderatorin Claudia Seiring hat für Rainer Bretschneider ein Präsent parat – das Buch „Einst und Jetzt – Flughafen Schönefeld.
Geschenk zum 70.: MOZ-Talk-Moderatorin Claudia Seiring hat für Rainer Bretschneider ein Präsent parat – das Buch „Einst und Jetzt – Flughafen Schönefeld. © Foto: Rene Matschkowiak
Andreas Wendt / 14.12.2018, 08:00 Uhr - Aktualisiert 14.12.2018, 08:36
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit deutlichen Worten und kernigen Sätzen hat Rainer Bretschneider, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), am Donnerstagabend im Frankfurter Kleist Forum das Dilemma an der Dauerbaustelle BER beschrieben.

„Das Ding ist einfach verkackt worden und jetzt versuchen wir die Kiste aus dem Dreck zu ziehen“, sagte Bretschneider am Vorabend seines 70. Geburtstag vor dem Frankfurter Publikum und versuchte auch nichts an der BER-Vergangenheit zu beschönigen. Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor beschrieb Bretschneider auch die Architektur des Flughafenneubaus: „Der BER ist wundschön, so wunderschön, dass Technikplaner daran pleite gegangen sind.“

Denn die Architekten waren es, die beim Bau etwas Revolutionäres wagten, indem sie die Entrauchung nicht wie üblich über das Dach, sondern durch den Keller ableiten wollten. „Die fünfte Dimension des Baus, das Dach, sollte unberührt bleiben“, sagte Bretschneider, musste aber einräumen, dass der Plan der Architekten nicht aufgegangen ist. Was wiederum zur geplatzten Eröffnung vor fünfeinhalb Jahren geführt hat.

Bretschneider, der Ende Juni dieses Jahres als Beamter in den Ruhestand gegangen ist, will die Eröffnung des Flughafens noch als Aufsichtsratschef miterleben und bleibt dabei, dass dies im Herbst 2020 passiert. „Ich bin seit 20 Jahren mit dem Flughafen verbandelt“, sagt der schwergewichtige Westfale, der inzwischen über 25 Jahre in Brandenburg lebt.

Die Moderatorinnen des MOZ-Talk, Claudia Seiring und Lilo Wanders, entlockten Bretschneider so einige Anekdoten aus dem Privat- und BER-Leben. Es gebe kaum eine Feier, auf der Bretschneider nicht auf das Flughafenprojekt angesprochen wird. Und dann Sätze wie diesen sagt: „Wir können Flughafen, aber wir können nicht bauen.“ Damit meint er die steigenden Passagierzahlen an den alten Airports in Tegel und Schönefeld, die die Flughafengesellschaft vor enorme Herausforderungen stellt. „Wir kaufen Ersatzteile für kaputte Gepäckbänder inzwischen bei Ebay, weil es die woanders gar nicht mehr gibt“, verriet der Aufsichtsratschef und löste damit Lacher im Publikum aus. Dass der BER zum Milliardengrab werden könnte, versuchte er zu widerlegen: Zum einen seien so gut wie keine Steuergelder in den Bau geflossen, zum anderen würde der BER nach der Inbetriebnahme richtig Geld verdienen. „Flughäfen, die laufen, sind Gelddruckmaschinen“, stellte Bretschneider klar.

Mit einer Rarität überraschten die Moderatorinnen den BER-Aufsichtsratschef zum 70. Geburtstag: Das 2012, kurz vor der geplanten BER-Eröffnung aus der „Einst und Jetzt“-Reihe dieser Zeitung stammende Buch über den Flughafen Schönefeld, in das sich Bretschneider schnell vertiefte. Zuvor gab er noch ein Versprechen ab: „Beim nächsten Flughafen wird alles besser.“

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