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Kein Abbruch
Gastronomen haben auch im Winter gut zu tun

Besucher kommen in Spreewaldkähnen am Weihnachtsmarkt im Freilandmuseum des Spreewaldorfs an.
Besucher kommen in Spreewaldkähnen am Weihnachtsmarkt im Freilandmuseum des Spreewaldorfs an. © Foto: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
dpa / 12.01.2019, 10:30 Uhr
Potsdam (dpa) Auch der Winter tut dem Geschäft vieler Gastronomen in Brandenburg keinen Abbruch. Während einige die Zeit für ihren Jahresurlaub nutzen, locken andere mit attraktiven Angeboten auch in der kalten Jahreszeit.

„Brandenburg ist keine klassische Winter-Destination, bietet jedoch auch zu dieser Jahreszeit eine Menge an Outdoor-, Gesundheits- und Wellnessangeboten“, sagt der Sprecher der Tourist Marketing Brandenburg (TMB), Patrick Kastner. Die Nachfrage im Winter – im sogenannten Nebensaisongeschäft von Oktober bis März – habe sich in den vergangenen 20 Jahren positiv entwickelt.

Zudem haben die für die Branche traditionell schwierigen Monate Januar und Februar in den vergangenen drei Jahren jeweils leicht zugelegt. „Durch zahlreiche Initiativen in den Regionen hat sich viel getan und die Bemühungen, Brandenburg als ganzjähriges Reiseziel zu positionieren sind auf einem guten Weg“, sagt der Sprecher. Dazu gehörten auch Angebote wie Glühweinkahnfahrten im Spreewald oder Wellnessurlaub in Prignitz und Ruppin.

Das bestätigt auch der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Land, Olaf Lücke. „Es gibt Häuser, die machen von November bis Januar den meisten Umsatz“, berichtet er. Nach dem guten Weihnachtsgeschäft laufe nun vielerorts das Tagungs- und Wellnessgeschäft an. „Januar und Februar sind keine toten Monate mehr“, betont Olaf Lücke.

Entsprechend könne es sich die Branche kaum noch leisten, auf Fachkräfte, die auch in der Saison in den Häusern tätig seien, zu verzichten. „Das Personal muss gehalten werden, sonst ist es weg“, sagt Lücke. Auf der anderen Seite sei der Winter traditionell die Zeit, in der die Mitarbeiter ihre Überstunden abfeiern und Kraft für die nächste Saison tanken können.

In Ichlim bei Sewekow (Ostprignitz-Ruppin) an der Grenze zu Mecklenburg betreibt Verlando Konschak seit fast 28 Jahren sein Seehotel. Einige seiner derzeit zwölf Mitarbeiter nutzen den Winter für ihren Resturlaub, andere dafür, das Hotel noch besser kennenzulernen. „Wenn gerade Zeit ist, kommt der Kellner auch mal im Housekeeping zum Einsatz“, erklärt der Hotelinhaber.

Konschaks Geschäft gestaltet sich im Winter ganz sprunghaft. Mal ist das Haus gut gefüllt, wenn beispielsweise Veranstaltungen anstehen. „Wir planen im Januar einen Aquarellkurs und im März ein Dinner mit Zaubershow“, kündigt der Gastronom an. Mal sei aber auch wenig zu tun - wenn keine Stammgäste aus Berlin oder Hamburg ihr Wochenende in dem Hotel verbringen, das mitten im Wald liegt.

Wie Dehoga-Chef Lücke fordert auch Konschak flexiblere Arbeitszeiten für die Gastronomie, mit Schichten, die auch mal die zehn Stunden überschreiten können. „Es bringt nichts, einen Kellner bei einer Hochzeitsfeier nach Hause zu schicken, nur dass ein anderer die restlichen zwei Stunden arbeitet“, erklärt der Hotelier. „Natürlich wollen wir mit einer längeren Arbeitszeit nicht die Möglichkeit zur Ausbeutung eröffnen“, betont er. Schichten von bis zu zwölf Stunden müssten Ausnahmen bleiben.

Weil auch im Winter hier und dort die Fachkräfte fehlen, sei es wichtig, mehr Teilzeit- und Hilfskräfte zu beschäftigen. „Sie nehmen dem Personal keine Arbeit weg, sondern sichern so auch feste Arbeitsplätze“, erklärt Lücke.

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