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Netzwerk hofft auf weitere Fördermittel

Sandra Spletzer
„Die Situation hat sich gedreht“

Netzwerk-Koordinatorin: Sandra Spletzer von „Comeback Elbe- Elster“
Netzwerk-Koordinatorin: Sandra Spletzer von „Comeback Elbe- Elster“ © Foto: Lausitzer Rundschau
Christopher Braemer / 24.01.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 04.02.2019, 17:12
Frankfurt (Oder) (MOZ) Brandenburg ist attraktiv für Rückkehrer, meint Sandra Spletzer, Koordinatorin des landesweit tätigen Netzwerks „Ankommen in Brandenburg. Christopher Braemer sprach mit ihr über das gestiegene Rückkehrbedürfnis der Weggezogenen.

Frau Spletzer, in immer mehr Landkreisen gibt es inzwischen sogenannte Rückkehrertage; zuletzt erst wieder zwischen den Jahren. Wie war das Interesse?

Das Interesse war stark. Und viele Rückkehrer kamen mit konkreten beruflichen Vorstellungen. Der Fachkräftemangel veranlasst auch Firmen, die Zielgruppe verstärkt anzusprechen.

Woher kommt das Rückkehrbedürfnis?

Viele sind aus beruflichen oder Bildungsgründen weggegangen und kommen aber wieder – zum Beispiel, wenn sie das erste Kind bekommen. Und sie sind am Ende mit der Entscheidung zufrieden. Unsere aktuelle Befragung von 247 Rückkehrern in drei Städten zeigt: Mehr als 90 Prozent sind zufrieden mit ihrer Entscheidung.

Wo steht Brandenburg im Kampf um seine Rückkehrer?

Es hat sich viel getan. Seit Juli 2017 können Rückkehrerinitiativen durch eine eigene Richtlinie aus Landesmitteln unterstützt werden. Aus dem Zusammenschluss der Akteure im dezentralen Netzwerk „Ankommen in Brandenburg“ ergeben sich viele positive Effekte in der Unterstützung vor Ort. Es gibt ganz individuelle Aktivitäten in den Regionen, zum Beispiel kreative Begegnungsformate wie die Coming-Home-Party in Müncheberg oder individuelle Beratungsangebote vor Ort. Rückkehrertage gab es 2018 in Calau, Schwarzheide, Cottbus, Müncheberg, Guben, Spremberg und Finsterwalde. 

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Woran liegt das gestiegene Interesse?

Die Situation in Brandenburg hat sich mittlerweile gedreht – es gibt gute freie Stellen, nach wie vor günstigen Wohnraum, gute Kitabetreuung und gute Umweltbedingungen, viel Platz und keinen urbanen Stress. Es ist nicht alles perfekt, aber diejenigen, die wiederkommen beziehungsweise neu hierher ziehen, finden oft, dass das Leben in Brandenburg entspannter ist.  Wir sind der Meinung, dass es sich auch außerhalb des Speckgürtels gut leben lässt.

Wo steht Brandenburg im Vergleich zu den anderen neuen Bundesländern?

In anderen Ländern wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine zentrale Beratungsstelle für das ganze Land. Brandenburg ist das einzige Bundesland, in dem es eine landesweite Koordinierung von regionalen Initiativen gibt. In Brandenburg werden Bemühungen um Rückkehr und Zuzug aktiv unterstützt. Und wir sind zuversichtlich und hoffen, dass die bis 2020 begrenzte Förderung durch die Landesregierung auch darüber hinaus verlängert wird.

Warum werben manche Regionen in Brandenburg aktiver als andere?

Das Thema Rückkehr und Zuzug ist sicher in allen Regionen als wichtiges Handlungsfeld angekommen. Es muss sich immer ein Akteur vor Ort finden, der sich dem Thema widmet. Und das ist oft nicht einfach. Engagierte sind oft schon gut ausgelastet. Als Geschäftsstelle des Netzwerks unterstützen wir gerne sich neu gründende Initiativen. Die Initiative muss jedoch aus der Region selbst kommen. Es gibt viele positive Beispiele: Der Landkreis Havelland hat sogar eine eigene Demografiebeauftragte.

Wer kommt zurück?

Aus unserer Erfahrung kommen diejenigen zurück, die die Wurzeln aus ihrer Heimat nicht verloren haben und daran anknüpfen wollen. Sie entscheiden sich bewusst für die vielen Vorteile einer Rückkehr und nehmen eventuelle Abstriche in Kauf. Familie, Freunde, Heimatverbundenheit und die kulturelle Vertrautheit sind entscheidende Motive der Rückkehr, und die lassen sich mit Geld nicht kaufen.

Zum Thema

Das Netzwerk „Ankommen in Brandenburg“ ist seit der Gründung im Juli 2017 von drei auf 14 regionale Initiativen angewachsen. Die Akteure im Netzwerk kommen aus unterschiedlichen Bereichen – Landkreisverwaltung, gewerbliche Vermieter, Marketingvereine, Wirtschaftsfördergesellschaften, Vereine in freier Trägerschaft.

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