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Der Thüringer Koch und Autor Frauenberger bricht eine Lanze für die Wetterküche.

Wetterküche - regionale Kost gegen Winterblues

Der Koch und Buchautor Herbert Frauenberger steht in der Küche seiner Kochschule.
Der Koch und Buchautor Herbert Frauenberger steht in der Küche seiner Kochschule. © Foto: Jens Kalaene/dpa
dpa / 26.01.2019, 08:36 Uhr
Potsdam/Erfurt (dpa) Der Thüringer Koch Herbert Frauenberger gibt seine Liebe zu allen Sorten von Kohl unumwunden zu. Und er mag es dann auch etwas deftig. „Regional und saisonal muss es vor allem sein“, sagt der frühere Fernseh- und Promikoch Frauenberger, der im thüringischen Ebenheim lebt. Wetterküche heißt das für ihn. „Wer entsprechend der Jahreszeiten kocht und das auf den Tisch bringt, was fast vor der Haustür wächst, kann fast nichts falsch machen“, sagt er. Zur Zeit verarbeitet er gern Rosen-, Wirsing-, Rot- oder Weißkohl.

Zusammen mit der Meteorologin Michaela Koschak ist gerade das Buch „Die Wetterküche. Jahreszeiten&Rezepte“ erschienen. Die beiden Autoren verknüpfen dabei ihre Fachkenntnisse - vom Wissen über Kohl bis zur Wetterfühligkeit.

„Es gab Zeiten, da waren Stollen und Lebkuchen nur zu Weihnachten und nicht bereits Ende August bei bestem Badewetter erhältlich“, sagt Frauenberger. Lebensmittel aus der ganzen Welt seien heute das Jahr über zu haben. Aus seiner Sicht verliert man dadurch den Sinn für das Besondere und für Delikatessen der Jahreszeit. „Man sollte sich auf das besinnen, was wichtig ist“, sagt er.

Im brandenburgischen Linum bricht auch Landwirt Georg Rixmanns seit langem eine Lanze für die Verarbeitung regionaler Produkte. Gerade jetzt kann er das früher sehr bekannte Wurzelgemüse Topinambur ernten. „Es ist wieder im Kommen und damit steigt die Nachfrage“, sagt er. Bis in den Frost hinein sei Erntezeit. Frauenberger hat auch gleich ein Rezept mit aufgenommen: ein Süppchen mit gebratener Wachtelbrust.

Das Buch führt durch die vier Jahreszeiten. Wetter-Spezialistin Koschak steuert alte Bauernregeln bei, informiert über die Entstehung des Wetters oder auch Wetterfühligkeit. Besonders Betroffene sollten auf eine ausgeglichene, vielseitige Ernährung achten. „Grundsätzlich ist es möglich, über einen angepassten Speisenplan der Wetterfühligkeit entgegenzusteuern“, schreibt sie.

„Mit angepasster Ernährung kann man sich auf normale und außergewöhnliche Veränderungen des Wetters je nach Jahreszeit einstellen“, erläutert der Experte am Herd. Er war unter anderem Küchenchef im „Weißen Schwan“ in Weimar und auf dem Kreuzfahrtschiff „Arkona“ oder Fernsehkoch in mehr als 230 eigenen Sendungen beim MDR. Heute führt der 66-Jährige eine Kochschule und arbeitet als Privatkoch.

Wenn es um „Superfood“ aus fernen Ländern gehe, sollte auch mal vor der eigenen Haustür geschaut werden. Auch hier gebe es viele gesunde Sachen, sagt der passionierte Gärtner, der selbst Obst und Gemüse anbaut. „Warum Äpfel von anderen Kontinenten essen, wenn es beispielsweise allein aus Thüringen über 60 Sorten gibt?“, fragt er den Leser. Und ein Vorschlag für die, die keinen eigenen Garten besitzen: Ein Kräutertopf auf dem Fensterbrett wäre ein Anfang.

Frauenbergers Rezepte - er berechnet sie für vier Personen - sind auch gut zuzubereiten. Auch Ungeübte am Herd lässt er nicht ratlos zurück, sondern hilft mit praktischen Tipps weiter.

Mit Sauerampfersüppchen oder einem erfrischenden Smoothie beginnt der Frühling. Sommerzeit bedeutet für ihn Grillzeit mit Fleisch, Kesselgulasch, aber auch Gemüse der Saison. Im Herbst kommt bei dem Koch dann Kohl auf den Tisch, mal mit Fleisch, aber auch für Vegetarier. Im Winter darf dann die Ente nicht fehlen.

Frauenberger: Eine nachhaltige Ernährung sei für das Klima sehr bedeutend. Regionalen Produkten sollte aus seiner Sicht immer der Vorzug gegeben werden. Durch kurze Transportwege würden die Inhaltsstoffe länger erhalten bleiben. „Klimabewusstes Kochen beginnt bereits beim Einkauf“, wirbt er. Auch beim Kochen selbst könne man Einfluss auf eine günstige Umweltbilanz: Öfter mal den Deckel auf den Topf setzen. Dann verpufft weniger Energie.

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