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In diesem Frühjahr soll der Kirchturm in die Höhe wachsen

Endloser Streit
Niemöller-Stiftung fordert Baustopp für Garnisonkirche

Die Bodenplatte für den Turm der Garnisonskirche ist gegossen.
Die Bodenplatte für den Turm der Garnisonskirche ist gegossen. © Foto: dpa/ZB/Bernd Settnik
dpa / 09.02.2019, 17:57 Uhr
Potsdam (dpa) In einem öffentlichen Aufruf hat die pazifistische Martin-Niemöller-Stiftung einen Stopp des Wiederaufbaus der Potsdamer Garnisonkirche gefordert.

Sie sei verbunden mit dem „Geist von Potsdam“, der für eine autoritäre Staatsform, für Nationalismus und Krieg gestanden habe, hieß es in einer Botschaft, die am Freitag von Weimar nach Potsdam gesandt worden war. Der „Geist von Weimar“ stehe mit der Deutschen Nationalversammlung 1919 bis 1920 hingegen für Demokratie, Liberalität und eine friedliche Außenpolitik, so die Stiftung.

Gemeinsam mit sieben weiteren Initiativen pflanzte die Wiesbadener Stiftung am Samstag im Hof des Rechenzentrums nahe der Baustelle eine Birke. „Wir setzen mit dieser Birke ein Zeichen gegen den geplanten Wiederaufbau der ehemaligen Garnisonkirche“, hieß es in einer Erklärung dazu.

„Wie wir es auch heute erleben: In der Demokratie gibt es offensichtlich auch immer Kräfte, die die Demokratie zerstören wollen“, sagte der Sprecher der Niemöller-Stiftung, Gerd Bauz. „Und der "Geist von Potsdam" stand in der Weimarer Zeit 14 Jahre lang genau für diese Kräfte, und sie haben sich 80 Mal in diesem Gebäude versammelt.“

Bauz forderte einen neuen Architekturwettbewerb für ein neues Gebäude an diesem Ort in der Potsdamer Innenstadt. „Es sollte ein Laboratorium für Demokratie sein und auch ein Ort für die Kirche - da liegen wir mit der Stiftung Garnisonkirche gar nicht so weit auseinander“, sagte Bauz. „Aber eben in einem anderen Geist und in einem anderen Gewand.“

Für den Wiederaufbau des knapp 90 Meter hohen Turms der Kirche ist die Grundplatte mit 38 Grundpfeilern bereits fertiggestellt. Nach dem Ende der Frostperiode soll mit dem Aufmauern des Turms mit rund 2,5 Millionen Ziegelsteinen begonnen werden. Der mindestens 35 Millionen Euro teure Bau soll im Sommer 2021 fertiggestellt sein. Auch die Stiftung Garnisonkirche will dort den Geist des Friedens und der Versöhnung pflegen. Das Gotteshaus war 1968 von der DDR-Führung gesprengt worden.

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