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Große Gewinner
Wunderbar auf einer Wellenlänge

Machen Musik ohne Grenzen: Michal, Sohrab, Lehrerin Ina Sudaszewski, Ingrid, Charlotte, Rosa und  Dominika (v. l.) gehören zur Band des  Bernhardinums Fürstenwalde und einer Gorzower Schule. Ihre Musik hört man auf: www.nobordersband.org
Machen Musik ohne Grenzen: Michal, Sohrab, Lehrerin Ina Sudaszewski, Ingrid, Charlotte, Rosa und  Dominika (v. l.) gehören zur Band des Bernhardinums Fürstenwalde und einer Gorzower Schule. Ihre Musik hört man auf: www.nobordersband.org © Foto: MOZ/Dietrich Schröder
Dietrich Schröder / 14.02.2019, 20:45 Uhr - Aktualisiert 15.02.2019, 08:42
Berlin/Fürstenwalde (MOZ) Der „Deutsch-Polnische Jugendpreis“ wird aller drei Jahre an grenzüberschreitende Projekte vergeben, in denen es um Toleranz und gemeinsame Werte geht. Brandenburger Beteiligte gehören in diesem Jahr zu den großen Gewinnern.

Rosa und Charlotte aus Fürstenwalde spielen Geige beziehungsweise Querflöte. Ingrid kommt aus Gorzów und spielt E-Gitarre. Wenn Sohrab aus Afghanistan dazu Lieder aus seiner Heimat singt, entsteht ein nahöstlicher Sound. „Wir spielen aber auch Rockballaden und Folklore“, sagt Andrzej Janczarski.

Der Deutsch-Lehrer vom Lyzeum Nr. 2 in Gorzow und Ina Sudaszewski vom katholischen Schulzentrum Bernhardinum in Fürstenwalde hatten 2017 die Idee: „Beiderseits der Oder gibt es bei jungen Leuten eine Tendenz zu nationalen Überzeugungen. Wir wollen sie mit Musik überwinden“, sagt Sudaszewski.

So entstand 2018 aus Schülern beider Einrichtungen sowie Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan die „No Borders Band“. Sie ging auf Konzerttournee durch Schul-Turnhallen in Müllrose, Küstrin, Gorzow und weiteren Orten. Wegen ihres Erfolgs wurde man zum Tag der offenen Tür im Berliner Außenministerium sowie zu einer Feier am 70. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte in Warschau eingeladen.

„Das Alles war toll und darf noch nicht zu Ende sein“, wünschten sich Ingrid Kozik und alle anderen, als sie sich ab Dienstag dieser Woche mit 16 weiteren Finalisten des Wettbewerbs um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis in Berlin trafen. „Wenn wir gewinnen, fahren wir vom Preisgeld im April zu einem Straßenfestival nach Ferrara in Italien“, malten sie sich aus. Außerdem wollen sie beiderseits der Oder weiter spielen.

Gestern Abend war der Jubel dann riesengroß. Tatsächlich wurde die Band zum Sieger in der Kategorie „Schulischer Austausch“ gekürt. Als Preisgeld gibt es 6000 Euro vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, das bei dem Wettbewerb von der F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz unterstützt wird.

Auch der Preisträger in der Kategorie Außerschulische Arbeit ist in Brandenburg ansässig. Die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl bei Werneuchen wird von der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken getragen. Sie hat Begegnungen junger Berlinern und Krakauer organisiert, bei denen über Vielfalt und Ausgrenzung in beiden Ländern debattiert wurde und es Workshops zu Musik, Film, Bühnenbild, Tanz und Malerei gab.

Eine Geschichte über die Überwindung von Grenzen können auch Lena Verhalen vom Carl-Bechstein-Gymnasium in Erkner und Magda Waskiewicz von der Oberschule 12 in Danzig erzählen. Sie gingen mit 18 weiteren Schülern beider Schulen der Frage nach, auf welche Barrieren Menschen mit Behinderungen in Polen stoßen. „Wir haben geistig und körperlich Behinderte aus Polen kennengelernt“, berichtet die 16-jährige Lena. „Am Anfang war es noch irritierend, aber beim Tanzen und Singen haben wir festgestellt, wie man sich auch ohne Sprache verständigen kann“, sagt die Schülerin.

Vor einem Danziger Einkaufszentrum wurde ein Labyrinth aus 1200 Papp-Kartons aufgebaut. Dann animierte man Passanten, das Labyrinth gemeinsam mit den Behinderten zu überwinden. Lena war so begeistert von Danzig, dass sie mit ihren Eltern kürzlich nochmal dorthin gefahren ist.

Die politischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Polen spielen nur am Rand eine Rolle. Im Gegenteil: „Wir schwimmen mit unseren Danziger Partnern wunderbar auf einer Wellenlänge und fragen uns immer, warum das einige Etagen höher in der Politik nicht auch möglich ist“, sagt der Erkneraner Lehrer Thomas Binding.

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