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Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung sieht Potenzial der Protestpartei weitgehend ausgeschöpft / Misstrauen gegenüber Lehrern, Polizisten und Ärzten

Studie
Angst, Wut und Empörung vereinen die Wähler der AfD

Sozialforscherin: Viola Neu von der Konrad-Adenauer-Stiftung
Sozialforscherin: Viola Neu von der Konrad-Adenauer-Stiftung © Foto: kas.de
Ulrich Thiessen / 21.02.2019, 09:30 Uhr - Aktualisiert 21.02.2019, 09:40
Potsdam (MOZ) AfD-Wähler zeichnen sich vor allem durch ihre pessimistische Weltsicht, durch Ängste und Verschwörungstheorien aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Mittwoch in Potsdam auf einer Tagung des Verfassungsschutzes Brandenburg vorgestellt wurde.

Viola Neu, stellvertretende Hauptabteilungsleiterin der CDU-nahen Stiftung, erklärte, dass die Wähler der AfD sich im Osten nicht von denen im Westen unterscheiden würden. Sie stützte sich dabei auf längere Interviews, die  im Auftrag der Stiftung durchgeführt wurden. Demnach gibt es keine sozio-ökonomischen Gründe für die Parteipräferenz – sprich, die Befragten schätzten ihre persönliche Situation nicht schlechter ein als die Wähler anderer Parteien.

Unterschiede gibt es jedoch im emotionalen Bereich. AfD-Wähler äußerten besonders häufig Gefühle wie Angst, Empörung, Wut oder Verzweiflung. Das Gefühl zurückgesetzt zu sein, habe sich nicht zuletzt mit der Willkommenskultur 2015 beim Eintreffen der ersten Flüchtlinge verstärkt. „Für die tut der Staat alles, aber für uns ...“, so lautet eine oft geäußerte Meinung bei den Befragungen. Die Wähler der Grünen seien dagegen diejenigen mit der größten Zuversicht.

Die AfD-Wähler zeichneten sich durch besonders hohe Skepsis gegenüber Institutionen aus. Das Misstrauen gegenüber Gerichten, Polizei oder der Presse sei signifikant höher als bei den Wählern anderer Parteien. Viola Neu sprach von einer massiven Eliten-Kritik. Wobei der Begriff „Elite“ sehr weit unten angesetzt werde: Das Misstrauen betreffe bereits den Lehrer, den Polizisten oder den Hausarzt. Die Befragungen hätten zudem einen Hang zu Verschwörungstheorien zutage gefördert. „Jeder hat seine eigene Verschwörungstheorie“, beschrieb die Sozialforscherin die Ergebnisse.

Nach wie vor sei die AfD eine Denkzettelpartei, von der man keine Problemlösungen erwartet, sondern mit deren Wahl man die anderen Parteien wachrütteln wolle. Die Frage, ob man die Demokratie abschaffen solle, finde selbst bei den Wählern der rechtspopulistischen Partei keine Zustimmung.

Neu betonte, dass die Zustimmung für die AfD nach Beginn der Zuwanderungswelle und noch einmal 2017 zur Bundestagswahl besonders hoch gewesen sei. Je mehr andere Themen die politische Debatte bestimmen, desto mehr verringere sich die Zustimmung für die AfD. Momentan, so Viola Neu, sei das Wählerpotenzial bis auf vielleicht zwei Prozentpunkte nach oben ausgeschöpft.

Die jährliche Fachtagung war in diesem Jahr der Neuen Rechten gewidmet und den Versuchen der Extremisten, die Grenzen zum Konservatismus bewusst zu verwischen. Frank Nürnberger, Chef der Verfassungsschutzabteilung, berichtete von gezielt mehrdeutigen Äußerungen, mit denen provoziert und dann von Missverständnissen gesprochen werde. Die Intellektuellen der Neuen Rechten unterschieden sich äußerlich und rhetorisch von den Neonazis, die bislang im Fokus der Behörde standen, sie seien aber keine geringere Gefahr, sagte Nürnberger.

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Harald Meier 21.02.2019 - 20:59:49

Im Gegensatz zu Ihnen beruht die Studie auf Fakten!

Deutschland steht wirtschaftlich bedeutend besser da als noch vor 20 Jahren. Die Finanzkrise von 2007 hat Deutschland mustergültig gemeistert. Natürlich mit Entbehrungen aber dadurch stehen wir besser da als manch andere Volkswirtschaft auf der Welt. Für diese Leistungen des deutschen Volkes beneiden uns viele auf der Welt. Das einfach so abzutun ist mehr als schäbig, Herr Fachtan!

Axel Fachtan 21.02.2019 - 13:30:09

Wie wäre es mal mit ein bisschen R E A L I S M U S ?

Ist ja nun schön, dass die CDU sich mal Gedanken über die Wähler der AfD macht. Nützt aber nichts. Ihr regiert im Bund schon Jahre und Jahrzehnte und leistet zu wenig für Bürger. Es ist einfach realistisch, dass sich mit der CDU im Bund sobald nichts zum Besseren wendet. Deutschland geht es nicht mehr so gut, wie vor 20 Jahren. Das liegt an den Strukturen und an den Versäumnissen, welche die CDU im Bund in Europa zu verantworten hat. Das ist nicht Angst, sondern skeptischer Realismus. Eure Show blendet die Probleme aus. Und ihr seid die Ursache der Probleme. Die Probleme des Euro und der EU haben Kohl und andere zu verantworten. Die Grenzen nicht mehr zu schützen war eine einsame Entscheidung Eurer wunderbaren FDJ-Sekretärin Angela.

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