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Weite Wege zum Job
Mehr als 10 000 Ruppiner pendeln jeden Tag

Bringt jeden Tag tausende Ruppiner zur Arbeit nach Berlin und in die Nachbarkreise: der Prignitz-Express.
Bringt jeden Tag tausende Ruppiner zur Arbeit nach Berlin und in die Nachbarkreise: der Prignitz-Express. © Foto: Eckhard Handke
Markus Kluge / 26.02.2019, 06:00 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MOZ) 10 830 Ostprignitz-Ruppiner arbeiten nicht im Landkreis. Sie müssen werktags teilweise weite Strecken bis zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Auf der anderen Seite kommen 7 458 Beschäftige aus anderen Städten und Kreisen, um in der Region ihr Geld zu verdienen.

Das geht aus dem jüngsten Pendleratlas der Agentur für Arbeit hervor. Dabei sind zum Stichtag im Juni 2018 die zehn Regionen berücksichtigt worden, die bis zu 150 Kilometer von Ostprignitz-Ruppin entfernt liegen.

Von den 38 324 Menschen, die in Ostprignitz-Rupin einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehen, pendeln 10 830 (28,3 Prozent) zu ihrer Arbeit über die Kreisgrenze hinaus. Gleichzeitig kommen 7 458 Arbeitnehmer, die in einem anderen Kreis wohnen, in die Region. Der Saldo von Aus- und Einpendlern beläuft sich auf -3 372.

Die meisten Auspendler machen sich jeden Morgen auf der Autobahn 24 oder im Prignitz-Express auf den Weg nach Berlin. 2 427 Ruppiner haben dort ihren Arbeitsplatz. Umgekehrt fahren aber nur 1 081 Hauptstädter zum Arbeiten nach Ostprignitz-Ruppin.

Auf Rang zwei der Auspendler-Regionen liegt die Prignitz. Dorthin fahren 1 662 Ruppiner. Umgekehrt gehen 1 837 Prignitzer einem Job im westlichen Nachbarlandkreis nach. Ähnlich verhält es sich mit Oberhavel: Dort sind 1 460 Ruppiner tätig, 1 280 Oberhaveler fahren nach OPR zum Arbeiten. Ins benachbarte Havelland fahren 985 Ruppiner, um ihrer Arbeit nachzugehen. 601 fahren zum Job in die entgegengesetzte Richtung. Die weiteste Strecke nehmen 136 Ruppiner auf sich, die bis nach Frankfurt/Oder fahren, um ihre Brötchen zu verdienen.

Damit ist die Zahl der Ostprignitz-Ruppiner, die jeden Tag außerhalb des Kreises arbeiten, gestiegen. 2016 lag diese noch bei rund 10 200. Die Gründe dafür, warum Menschen weitere Wege auf sich nehmen, sind vielfältig. Einer davon ist, weil sie an ihrem Wohnort keine Arbeit finden. Sie können aber auch vom Arbeitsort weggezogen sein. Ein anderer ist, dass sie nur ein paar Kilometer weiter besser bezahlt werden, so dass sich die weitere Anfahrt unter dem Strich sogar lohnt.

Laut dem 2017er Entgeltatlas der Agentur für Arbeit liegt beispielsweise der durchschnittliche Bruttolohn im Monat für eine Fachkraft im Gastgewerbe in Brandenburg bei 1 622 Euro, in Berlin aber schon bei 1 694 Euro und damit deutlich dichter am deutschen Durchschnittslohn in der Branche von 1 755 Euro.

Noch deutlicher fallen die Unterschiede im Gesundheitswesen und bei Krankenpflegern aus. Wer in Brandenburg lebt und in Berlin arbeitet, hat monatlich etwa 306 Euro mehr auf dem Lohnschein stehen als sein Nachbar, der vielleicht gleich um die Ecke in Lohn und Brot steht. In Brandenburg werden im Monat im Schnitt 2 839 Euro, in Berlin 3 145 Euro gezahlt.

Auch bei Altenpflegern sind die Unterschiede ebenfalls deutlich. Der Durchschnittslohn in Ostdeutschland liegt bei 2 211 Euro brutto. In Brandenburg werden immerhin 2 283 Euro bezahlt. In Berlin legen Arbeitgeber aber noch ein paar Euro drauf: Dort werden im Schnitt 2 528 Euro angeboten.

Ein- und Auspendler

■ Auspendler

Berlin ⇥2427

Prignitz ⇥1662

Oberhavel ⇥1460

Havelland ⇥985

Potsdam ⇥409

Meckl. Seenplatte ⇥356

Brandenburg/Havel ⇥155

Teltow-Fläming ⇥144

Barnim ⇥139

Frankfurt/Oder ⇥136

■ Einpendler

Prignitz ⇥1837

Oberhavel ⇥1280

Berlin ⇥1081

Havelland ⇥601

Meckl. Seenplatte ⇥533

Uckermark ⇥157

Stendal ⇥121

Potsdam ⇥116

Ludwigslust-Parchim ⇥116

Potsdam-Mittelmark ⇥104

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