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Konflikt
Potsdams OB lässt Sitz im Kuratorium der Garnisonkirche vorerst ruhen

Vor der nachgebildeten Fassade (hinten l)  der ehemaligen Garnisonkirche wachsen die ersten Ziegelmauern für den Kirchturm.
Vor der nachgebildeten Fassade (hinten l) der ehemaligen Garnisonkirche wachsen die ersten Ziegelmauern für den Kirchturm. © Foto: dpa/ZB/Ralf Hirschberger
dpa / 24.03.2019, 07:30 Uhr
Potsdam (dpa) Der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sieht Widersprüche in seiner Rolle als Mitglied im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche und lässt seinen Sitz vorerst ruhen.

"Er möchte nach der Kommunalwahl ein klares Votum über die Rolle des Oberbürgermeisters haben", sagte eine Sprecherin am Samstag. Die "Märkische Allgemeine" und die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" berichteten am Samstag über einen Brief Schuberts an die Stiftung, in dem er ankündigt, nicht zur Sitzung des Kuratoriums an diesem Montag zu kommen.

Zum einen geht es um einen Beschluss der Stadtverordneten von 2008, den Wiederaufbau des Kirchturms zu unterstützen - die Stiftung nennt in ihrer Satzung den Wiederaufbau des Kultur- und Baudenkmals Garnisonkirche als Ziel. Zum anderen gibt es einen Beschluss nach einem Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau von 2014, nach dem der OB alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten nutzen solle, um auf die Auflösung der Stiftung hinzuwirken. Schubert sieht in den Widersprüchen einen gesellschaftlichen Konflikt und einen unter den Stadtratsfraktionen. Er will aber nach Angaben der Sprecherin mit der Stiftung im Gespräch bleiben.

Der Turm der Garnisonkirche in Potsdam wird derzeit wieder aufgebaut. Die DDR-Führung hatte das Gotteshaus 1968 sprengen lassen. Die Stiftung will im neuen Bau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen. Gegen den Wiederaufbau wenden sich mehrere - auch christliche - Initiativen, die in der Kirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie erinnern auch an den "Tag von Potsdam", als am 21. März 1933 Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Garnisonkirche die Hand reichte.

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