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Sorge um Vielfalt
Kritik an Brandenburger Plänen für mehr Insektenschutz

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte zuvor angekündigt, Blüh- und Ackerstreifen künftig zu fördern.
Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte zuvor angekündigt, Blüh- und Ackerstreifen künftig zu fördern. © Foto: dpa/ZB/Patrick Pleul
dpa / 11.04.2019, 12:04 Uhr - Aktualisiert 11.04.2019, 13:56
Potsdam (dpa) Brandenburgs Insekten werden aus Sicht von Oppositionspolitikern immer noch unzureichend geschützt. "Ich bin enttäuscht", sagte Dieter Dombrowski, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, am Donnerstag in der Aktuellen Stunde auf Antrag seiner Fraktion zum Insektenschutz. "Das ist nur eine kosmetische Maßnahme", kritisierte auch Benjamin Raschke, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Grüne.

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte angekündigt, Blüh- und Ackerstreifen künftig zu fördern. 700 Euro stünden dabei pro Hektar bereit für einjährige und mehrjährige Blühstreifen sowie für Ackerrandstreifen, die nach der Aussaat bis zur Ernte nicht bewirtschaftet werdensollen. Die Richtlinie solle mit sechs Millionen Euro für mindestens 8500 Hektar ausgestattet werden.

Ende März hatte er zum ersten Brandenburger Insektengipfel mit rund 100 Teilnehmern eingeladen. Jeder könne mit einfachen Mitteln zu einem insektenfreundlichen Umfeld beitragen, hieß es damals.

Die Schuld am Insektensterben ausschließlich Landwirten zuzuschreiben, sei falsch, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Dombrowski. Er warf der rot-roten Landesregierung vor, Jahre verschenkt zu haben. "Insektenschutz muss endlich als gemeinsame Aufgabe von uns allen verstanden werden." Die CDU werde den von Landnutzern, Bauern und Imkern geplante Volksinitiative nach vollen Kräften unterstützen.

Die bisherigen Maßnahmen im Naturschutz und in der Agrarförderung hätten nicht ausgereicht, um etwas zu verbessern, sagte Anke Schwarzenberg, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Am Mittwoch hatte es in Potsdam ein Spitzentreffen zum Insektenschutz zwischen Verbänden ohne Ergebnis gegeben. Das von den Naturschutzorganisationen geforderte flächendeckende Verbot beispielsweise von Pestiziden könne nicht nachvollzogen werden, sagte Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes. Es werde keine Rücksicht auf die Belange der Menschen genommen, deren Lebensgrundlage die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur sei. Angekündigt wurde eine zweite Volksinitiative.

Zunächst startet wie geplant die Volksinitiative der Naturschutzverbände am kommenden Montag. "Man braucht verbindliche Festlegungen, um wirksam gegen das Artensterben vorzugehen", kritisiere Wilhelm Schäkel, Bio-Landwirt und Mitglied des BUND-Landesvorstands. Der gesellschaftliche Schub durch eine Volksinitiative sei notwendig, um wirksame Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt einzuleiten, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des NABU. Man sei aber weiter zum Dialog bereit.

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Kurt Cr. 11.04.2019 - 16:00:17

Insektenschutz auf ökologisch

Am Boden neben den Feldern werden Blühstreifen angelegt und einige Meter höher die anfliegenden Insekten von den Rotorblättern der WKA zerlegt. Das passt zusammen, was zusammengehört.

Karla Paulukat 11.04.2019 - 14:53:36

Jeder Bürger kann zum Insektenschutz beitragen - auch ohne Garten

Jetzt sollte jeder darüber nachdenken, was er zum Insektenschutz beiträgt, wenn er allabendlich auf dem Balkon oder auf der Terrasse seine Insektenfalle einsetzt. Richtig - gar nichts! Man vernichtet selbst dadurch sehr viele Insekten, die durch Licht angelockt werden und dann jämmerlich in der Flüssigkeit im Inneren der Falle ertrinken. Wenn man nun hochrechnet, käme eine erstaunliche Masse zusammen. Fazit: Insektenfallen sollten nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden dürfen. Man kann lästige Insekten auch mit einfachen Hausmitteln, wie z. Bsp. Tomatenpflanzen im Blumenkasten oder im Blumentopf vertreiben.

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