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Existenzgründerin
Onlinehandel: Gästebuch mal anders

Abdruck fürs Leben: Antje Grimmer kreiert seit 2015 außergewöhnliche Fingerabdruckmotive für verschiedene Anlässe.
Abdruck fürs Leben: Antje Grimmer kreiert seit 2015 außergewöhnliche Fingerabdruckmotive für verschiedene Anlässe. © Foto: Annika Funk/MOZ
Christina Sleziona / 16.04.2019, 06:00 Uhr
Petershagen/Eggersdorf (MOZ) Antje Grimmer sitzt in ihrem Büro im zweiten Stockwerk ihres Einfamilienhauses in Petershagen/Eggersdorf. Auf ihrem Computer ist ein Bildbearbeitungsprogramm geöffnet. Unter ihrer rechten Hand befindet sich ein Zeichentablett, auf dem sie mit einem Stift Striche zieht, die zeitgleich auf dem Monitor sichtbar werden. Grimmer hat sich für heute vorgenommen, eines ihrer Fingerabdruckmotiven, dem Tauffisch, noch einmal nachzubessern.

Seit drei Jahren betreibt die 35-jährige Unternehmerin ihren Onlinehandel "Grimmling Fingerprints" für Fingerabdruckbilder. Für ihre Seite www.fingerabdruckbaum.de designte sie bisher über 60 Motive: von knochigen Bäumen oder diversen Jahreszahlen bis hin zu Herzen, Schiffen und Tauben. "Die Kunden legen das gewählte Motiv auf der jeweiligen Feier aus und jeder Gast kann dann mithilfe eines Stempelkissens seinen Fingerabdruck mit Unterschrift hinterlassen. Es ist eine schöne Alternative zum Gästebuch", sagt Grimmer.

Das Konzept kommt gut an. Die meisten Kunden fragen dabei aus Deutschland an, doch auch Schweizer, Österreicher und ein kleiner Kundenstamm aus anderen Teilen Europas zeigen Interesse an ihren Arbeiten.

Dabei sind die Verwendungen so verschieden wie die Illustrationen selbst. Die 300 Gramm schweren Poster in den Größen A4, A3 und A2 werden bevorzugt auf Hochzeiten, Taufen, Einschulungen oder Jugendweihen präsentiert. Allerdings ist die Konkurrenz im Internet sehr groß, besonders für Hochzeiten. "Deshalb habe ich meinen Schwerpunkt auf Geburten, Taufen, Firmungen, Konfirmationen und Jugendweihen gelegt", sagt Grimmer.

Ihre ehemalige Arbeit im Berliner Spiele Max als Online-Managerin verschafft ihr dabei einen zusätzlichen Vorteil: "Ich lege viel Wert auf Suchmaschinenoptimierung. Das heißt, ich kann mit der Nutzung ganz bestimmter Schlagwörter schneller und leichter in Internet gefunden werden als die Konkurrenz", erklärt die Unternehmerin.

Beim Designen ihrer Motive brauchte sie am Anfang jedoch noch etwas Übung. Erste Versuche zum digitalen Zeichnen startete sie mit zwei dünnen Kinderbüchern, die sie  neben ihrem Angestelltenverhältnisses selbst illustrierte und publizierte. Mit dem Fingerabdruckstil kam sie später auf einer Hochzeit die Idee sich selbstständig zu machen.

Ende 2015 war es dann soweit: Mit ihrem Sohn Benedikt schwanger, baute sie gerade das Haus in Petershagen/Eggersdorf mit ihrem Mann Christian Grimmer, als sie die Kündigung bei Spiele Max einreichte. Für die junge Mutter gab es rückblickend keinen besseren Zeitpunkt, um in die Selbstständigkeit zu wechseln. "Da ich keinen Kita-Platz für meinen Sohn bekommen habe, kann ich mich von zu Hause aus um ihn kümmern. Viele andere Mütter haben nicht so ein Glück." Mittlerweile kann die junge Geschäftsfrau von dem Einkommen recht gut leben, das Unternehmen läuft. Rund 15 bis 20 Euro kostet ein Motiv. Geliefert wird in der Regel in zwei bis sechs Tagen.

Auf ihren Erfolg ruht sich Grimmer aber nicht aus. Sie sucht immer wieder nach neuen Ideen, um irgendwann ihr Ziel der größten Produktvielfalt Deutschlands für Fingerabdruckmotive zu erreichen. So bietet sie seit neuestem ihre Tauffische auch als Windlichter an.

"Um erfolgreich zu werden, ist Talent nicht alles. Es ist vor allem Fleißarbeit und die Liebe zum Detail, die ich auch in meine Bilder stecke", sagt Antje Grimmer. "Ich kann mir keine andere Arbeit mehr vorstellen."

Gründerinnenin Deutschland

Seit Jahren geht die Zahl von Frauen gegründeter Firmen nach oben. 2018 betrug die Quote mit ausschließlich weiblichen Gründerinnen 14,6 Prozent. Und immerhin in rund 28 Prozent Unternehmen sind Frauen als (Mit-)Gründerinnen vertreten. Interessant ist, dass Frauen etwas älter sind, wenn sie gründen. Dies führt zu einem größeren Anteil im Alter von 35 bis 44 beziehungsweise 45 bis 54 Jahren. Männliche Gründer verzeichnen einen höheren Anteil in den Altersgruppen 18 bis 24 und 25 bis 34 Jahre. Frauen gründen am häufigsten in Berlin und in Baden-Württemberg.⇥nj

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