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Grenzüberschreitend
Collegium Polonicum: Neue Pläne für gemeinsame Studien

Dietrich Schröder / 16.04.2019, 07:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Collegium Polonicum in Słubice ist europaweit einmalig: Nur hier – gleich an der Oderbrücke aus Frankfurt  – trifft man Wissenschaftler und Studierende von Universitäten zweier Staaten, die im Alltag gemeinsam forschen und studieren.

Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass die Einrichtung komplizierte Jahre hinter sich hat: Die Zahl der Studierenden ist von einst 1600 auf aktuell 400 gesunken. "Das lag vor allem daran, dass uns eine 2012 beschlossene Reform des polnischen Hochschulgesetzes dazu gezwungen hatte, gleich drei Studiengänge  abzuziehen", erläutert der Prorektor der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan (Posen), Tadeusz Walas. Das Gesetz sei beschlossen worden,  weil immer mehr Außenstellen polnischer Hochschulen entstanden waren, die zum Teil zweifelhafte Studiengänge anboten. Obwohl dies für das Collegium nicht zutraf, sei es mit durchs Raster gefallen. Der Plan, es in eine gemeinsame Fakultät mit der Viadrina umzuwandeln, sei auch ein Versuch gewesen, dieser Gesetzgebung zu entkommen. Doch wegen der unterschiedlichen Anforderungen an eine Fakultät in Deutschland und Polen konnte daraus nichts werden.

"Zum Glück gab es  eine neue Hochschulreform, die uns wieder neue Möglichkeiten eröffnet", berichtet der 60-Jährige. Daraus entstanden zwei neue Vorhaben mit der Viadrina. Das eine ist die "Europäische Neue Schule für Digitalstudien", in der ein Masterstudium für "Digital Entrepreneurship" entstehen soll, das andere die Umwandlung des bisherigen Studiums "Polnische Philologie als Fremsprache" in ein fächerübergreifendes Studium für "Polish Studies". "Dieses dürfte auch für die vielen Ukrainer, die mittlerweile in Polen leben und arbeiten, von Interesse sein", mutmaßt Walas.

Angesichts zahlreicher Logistik-Zentren an der Grenze, soll auch ein Wirtschaftsstudium mit diesem Schwerpunkt entstehen. "Alle drei Studiengänge werden 2020 starten", verspricht Walas.

Adam-Mickiewicz-Universität

Die nach dem polnischen Nationaldichter Adam Mickiewicz benannte Universität in Posen ist der größte Partner der Frankfurter Europa-Uni im Nachbarland. Deutlichster Ausdruck dafür ist das seit 1998 bestehende "Collegium Polonicum" in Słubice. Mit derzeit 47 000 Studierenden ist die Uni Posen deutlich größer als die Viadrina. Am 7. Mai wird die Adam-Mickiewicz-Universität ihr 100-jähriges Bestehen feiern.   ⇥ds

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