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Der Sommer 2019 wird - 50 Jahre nach dem Woodstock-Festival - als "Summer of Love" zelebriert. Im Vorfeld von drei Landtagswahlen im Osten haben Initiativen jetzt zu einem "Sommer der Solidarität" aufgerufen. Sie wenden sich damit gegen einen Rechtsruck in Deutschland.

Großkundgebung
Initiativen wenden sich gegen Rechtsruck in Ostdeutschland

Teilnehmer einer Demonstration in Cottbus halten im Februar 2019 ein Transparent mit der Aufschrift "Cottbus ist bunt" in die Höhe.
Teilnehmer einer Demonstration in Cottbus halten im Februar 2019 ein Transparent mit der Aufschrift "Cottbus ist bunt" in die Höhe. © Foto: Silke Nauschütz/dpa
dpa / 17.07.2019, 14:45 Uhr
Dresden (dpa) Bunt statt braun und Solidarität statt Ausgrenzung: Das Bündnis "Unteilbar" und die Bewegung "Wann wenn nicht jetzt" wehren sich vor den anstehenden Landtagswahlen im Osten gegen den Rechtsruck in Deutschland.

Am 24. August erwarteten sie zu einer Großkundgebung in Dresden mehrere Zehntausend Menschen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit und riefen zu einem "Sommer der Solidarität" auf. Bereits an diesem Samstag beginnt in Zwickau eine Tour auf Marktplätzen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. In Brandenburg und Sachsen wird am 1. September gewählt, in Thüringen am 27. Oktober.

Rassismus sei mancherorts zum Normalzustand geworden, sagte der Berliner Rapper Kobito als Unterstützer der Aktion. "Wir befinden uns an einem kritischen Punkt, die Situation unserer Gesellschaft hat sich in den letzten paar Jahren deutlich zugespitzt." Er sei überzeugt davon, dass man nun auch in die kleinen und "abgehängten" Orte gehen und dort eine Alternative zum Rechtsruck bieten müsse.

Es seien nicht nur offen rechtsextreme Meinungen und Parteien in die Parlamente marschiert, auch auf der Straße brodele es gewaltig und gewalttätig. Man müsse handeln, selbst wenn sich ein 50 Jahre alter "Vollblut-Fascho" nicht mehr umdrehen ließe.

Es sei wichtig, sich gerade für die Zeit nach den Landtagswahlen zu vernetzen und neue Bündnisse zu knüpfen, betonte Sarah Fartuun Heinze von "Wann wenn nicht jetzt" in Brandenburg. "Rassismus und Menschenverachtung sind gesellschaftsfähig. Was gestern mehrheitlich noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist heute Realität", heißt es in einem Aufruf von "Unteilbar Sachsen". Dabei geht es den Protagonisten nicht nur um ein Zeichen gegen Rechts. Auch Themen wie Bildung, Pflege, Gesundheit, Klimawandel oder Wohnungsnot werden thematisiert: "Die Umverteilung von unten nach oben wurde durch die Wendekrise, Agenda 2010 und Finanzkrise massiv vorangetrieben."

Die Marktplatztour mit Konzerten, Gesprächsrunden, Workshops und Lesungen ist nach Zwickau in Bautzen (27.7.) Gera (2.8.), Annaberg- Buchholz, Müncheberg und Cottbus (jeweils am 3.8.), Plauen (10.8.), Neuruppin (16.8.), Forst (17.8.), Grimma (30./31.8.) sowie am 21. September in Saalfeld und am 27. September in Mühlhausen zu Gast.

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