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Die Liberalen kämpfen um die Rückkehr in den Landtag. Am Freitag warb Christian Lindner in Frankfurt um Stimmen.

Wahlkampftour
FDP-Chef Lindner sieht AfD als "ökonomisches Standortrisiko"

Christian Lindner (v.l.) mit Linda Teuteberg, Frankfurts FDP-Direktkandidat Jens Dörschmann und dem Brandenburger FDP-Spitzenduo Hans-Peter Goetz und Axel Graf Bülow
Christian Lindner (v.l.) mit Linda Teuteberg, Frankfurts FDP-Direktkandidat Jens Dörschmann und dem Brandenburger FDP-Spitzenduo Hans-Peter Goetz und Axel Graf Bülow © Foto: Thomas Gutke
Thomas Gutke / 19.08.2019, 07:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) "Der ungünstigste Zeitpunkt für eine Wahlveranstaltung, Kapitel 1, Wahlkampf für Anfänger, ist der Freitagabend", erklärte Christian Lindner. Dass trotzdem  knapp 80 Interessierte im Kulturbahnhof Platz genommen hatten, wertete er "fast schon als politische Botschaft: mit den Freien Demokraten ist am 1. September wieder zu rechnen".

FDP will zurück in den Landtag

Tatsächlich könnte es für die Brandenburger Liberalen in zwei Wochen knapp für die Rückkehr in den Landtag reichen. 2014 waren sie auf 1,5 Prozent abgestürzt. Inzwischen liegt die Partei in Umfragen wieder bei 5 Prozent und darüber. Vor allem dank Christian Lindner. Mit dem charismatischen Polit-Popstar an der Spitze zog die FDP 2017 wieder in den Bundestag ein. Nun soll das Comeback in Brandenburg, Sachsen und Thüringen folgen. Dafür touren er und FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg gerade durch den Osten der Republik. Und teilen aus: nach links und extrem rechts. Gegen Grüne und Regierende. Auch in Frankfurt pries Lindner die FDP mit markigen Sätzen als Partei der Vernünftigen an. In Deutschland gebe es keinen Mangel "an Katastrophenszenarien und erhobenen moralischen Zeigefingern. Was uns fehlt, ist ein Stück mehr gesunder Menschenverstand".

In seinem gut einstündigen Monolog unterstrich er die Notwendigkeit einer zügigen Abschaffung des Solidaritätszuschlages – andernfalls werde die FDP Verfassungsklage einreichen. Er warb für die Einführung eines Schulfaches Wirtschaft, forderte mehr Respekt vor beruflicher Bildung und warf den Grünen und anderen vor, "die notwendige Bekämpfung des Klimawandels instrumentalisieren (zu) wollen, um uns ihren Lebensstil aufzudrücken". Die Verantwortung Deutschlands liege woanders als auf "Askese und Verzicht", befand Lindner. "Wir müssen mit neuen Technologien zeigen, dass eine freie Lebensweise und wirtschaftlicher Fortschritt miteinander vereinbar sind."

Goetz fordert Ausbau der A12

Beim Thema Migration forderte der FDP-Chef "mehr Ordnung, Steuerung und Kontrolle". Individuell politisch oder religiös Verfolgte, Bürgerkriegsflüchtlinge und hochqualifizierte Einwanderer seien willkommen – Wirtschaftsflüchtlinge hingegen nicht. Das sei, betonte er,  "nicht rechts, sondern das Recht als Gesellschaft zu entscheiden, mit wem wir solidarisch sind, und wen wir aus wohlverstandenem Interesse zu uns einladen". Die AfD bezeichnete er in dem Zusammenhang als "ökonomisches Standortrisiko". Denn Fachkräfte aus dem Ausland würden aus Furcht vor mangelnder Weltoffenheit bereits einen Bogen um AfD-Hochburgen in Sachsen machen. Das könne in Brandenburg auch drohen.

Im Vorprogramm hatte sich der Brandenburger FDP-Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz unter anderem für eine Stärkung der Infrastruktur ausgesprochen. Er forderte: "Ich will endlich diesen verdammten sechsspurigen Ausbau der A12 nach Frankfurt. Es muss doch mal vorangehen auf der Hauptverbindungsstraße zwischen Moskau und Paris."

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