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Aussage
Richterin lockt Emilys Stiefmutter mit Strafrabatt

Die Stiefmutter der verstorbenen Emily schweigt bisher zu den Vorwurfen.
Die Stiefmutter der verstorbenen Emily schweigt bisher zu den Vorwurfen. © Foto: Mathias Hausding/MOZ
Mathias Hausding / 19.08.2019, 19:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Mordprozess gegen die Stiefmutter von Emily aus Eberswalde hat die Vorsitzende am Montag an die Angeklagte appelliert, ihr Schweigen zu brechen und ein umfassendes Geständnis abzulegen. "Sie können dabei nur gewinnen. Ein glaubhaftes Geständnis wirkt sich immer strafmildernd aus", sagte Richterin Barbara Sattler. "Der Zeitpunkt einer solchen Aussage ist dabei nicht unwichtig. Je früher im Verfahren, umso besser."

Sattler wies auf eine juristische Besonderheit hin. So sehe das Gesetz beim Anklagevorwurf "Mord durch Unterlassen" die Möglichkeit vor, den Strafrahmen zu verschieben. Am Ende könnten also einige Jahre Haft stehen statt "lebenslang", was in der Praxis auf mindestens 15 Jahre hinausliefe.

Zu einer lebenslangen Haftstrafe ist jüngst Angelo S. verurteilt worden, der leibliche Vater des damals zwei Jahre alten Mädchens. Nach Einschätzung der Strafkammer hat der 30-Jährige das Kind 2017 über Monate grob vernachlässigt und schwer misshandelt. Die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr retten.

Die Stiefmutter steht vor Gericht, weil sie die Gefahr gesehen, aber nicht eingegriffen habe. In diesem Prozess war der inhaftierte Angelo S. am Montag als Zeuge geladen. Er verweigerte jedoch die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten. Das Urteil gegen ihn ist noch nicht rechtskräftig.

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