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Tourismustag
Der Tourismus in Brandenburg wächst weiter

Land der Seen, Flüsse und Radtouristen: Brandenburg hat für aktive Urlauber viel zu bieten.
Land der Seen, Flüsse und Radtouristen: Brandenburg hat für aktive Urlauber viel zu bieten. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Ulrike Gawande / 23.08.2019, 07:30 Uhr
Neuruppin (MOZ) Erstmals fanden der Brandenburgische Tourismustag sowie die Präsentation des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland zeitlich gebündelt und an einem Ort statt. Konkret in Neuruppin, wo sich 2019 alles um den 200. Geburtstag von Fontane dreht.

Solche Großereignisse, ebenso wie Bundes- oder Landesgartenschauen seien ideal, um Nachhaltigkeit im Tourismus zu erzeugen, erklärte Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in seinem Grußwort. Seit zehn Jahren gehe es beim Brandenburg-Tourismus aufwärts. "Das hat seit 2008 kein anderes ostdeutsches Bundesland geschafft." Konkret ist es sogar schon das 15. Wachstumsjahr. So stieg die Anzahl der Übernachtungen in Brandenburg 2018 um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die größten Zuwächse gab es dabei in Potsdam und im Havelland. Es ist ein Trend, der sich auch im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt hat. So wurden bereits 2,43 Millionen Gästeankünfte, ein Plus von 4,1 Prozent, und 6,28 Millionen Übernachtungen (3,7 Prozent Plus) von Brandenburger Betrieben gemeldet.

Doch Ermrich forderte die rund 350 Tourismusfachleute auf, die am Mittwoch und Donnerstag in die Fontanestadt gekommen waren, nicht nachzulassen, sondern ihre Aktivitäten zu intensivieren. Denn bei der Gästezufriedenheit gebe es noch Entwicklungspotenzial: Der sogenannte Trustscore (Maß der Kundenzufriedenheit) bleibt in Brandenburg mit 82,4 von möglichen 100 Punkten hinter dem deutschlandweiten Wert von 83,5 Punkten zurück. Schwachstellen sehen die Urlauber im Zustand der Gebäude, der Zimmer sowie bei der Preisgestaltung. Besonders ärgerlich sind für Gäste fehlende Internetverbindungen – sowohl in der Breitband-, als auch in der Mobilfunkversorgung. "Das Land ist im Schneckentempo vorangekommen", kritisierte auch Eckhard Fehse, Vorsitzender im Landestourismusverband. "Die Zahlen sind weit verfehlt worden."

Ein weiteres Problem sei der Fachkräftemangel im Tourismussektor, mahnte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Man dürfe bei diesem Thema, das alle Bereiche betreffe, nichts schönreden. "Die Zahl der Azubis ist zu klein, um alle Ausbildungsberufe zu bedienen. Das ist so. Punkt." Doch dürfe man den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern die "Angel noch viel weiter auswerfen", sagte Steinbach. Er würde sich sogar als "Galionsfigur vor den Karren" spannen lasse, um Fachleuten aus dem Ausland die Türen zu öffnen. Egal aus welcher Branche.

Harsche Kritik übte Minister Steinbach an der geschlossenen Schleuse in Zaaren (Kreis Uckermark). "Das, was sich dort abgespielt hat, kann man nicht anders bezeichnen, als ein Drama." Er habe wegen der schleppenden Bauarbeiten an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geschrieben. Die Antwort habe ihm die Laune verdorben, sagt Steinbach. So wurden die guten Zahlen durch den Wassertourismus ein wenig getrübt, obwohl sich die Reisebranche ansonsten zu einer stabilen Säule in Brandenburg entwickelt habe, so Steinbach. "Tourismus braucht starke Infrastrukturen."

Was wünschensich die Urlauber?

79 Prozent der Touristen reisen in ländlichen Regionen mit dem Auto an, in der Stadt sind dies nur 47 Prozent.

Urlauber möchten umweltbewusster unterwegs sein und  im Urlaub mal auf das Auto verzichten. So wird bereits jeder achte Tagesausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert. Da ist die höchste Quote in  ganz Deutschland.

Kritik üben die Touristen beim ÖPNV an unübersichtlichen Tarifen, an den Betriebszeiten, dem Preis-Leistungs-Verhältnis, dem Preissystem und an der Unbequemlichkeit beim Reisen mit Gepäck.⇥ug

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