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Demonstration
Obstbauern wollen gegen Absage von Baumblütenfest protestieren

Ein Fahrgeschäft ist in Werder (Havel) während des Baumblütenfestes hinter einem blühenden Baum zu sehen.
Ein Fahrgeschäft ist in Werder (Havel) während des Baumblütenfestes hinter einem blühenden Baum zu sehen. © Foto: Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa
dpa / 11.09.2019, 18:40 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 19:02
Werder (dpa) Die Nachricht über die Absage des Baumblütenfestes in Werder für die kommenden zwei Jahren schockiert die Obstbauern. Sie werfen der Stadt fehlende Kommunikation vor und wollen dagegen vors Rathaus ziehen.

Jedes Jahr lockt das Baumblütenfest in der Stadt Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) tausende Besucher in die Obsthöfe. Doch damit ist erst einmal Schluss. Die Stadt Werder hatte am Dienstag mitgeteilt, dass es im nächsten und im darauffolgenden Jahr kein Baumblütenfest geben wird. Ein Vergabeverfahren endete ohne Erfolg. Gegen die Absage des Baumblütenfestes wollen Obstbauern am Donnerstag nächster Woche vor das Rathaus ziehen. Eine Demonstration soll an diesem Donnerstag angemeldet werden, bestätigte einer der Organisatoren, der Obstbauer Michael Schultz, von "Schultz’ens Siedlerhof" im Ortsteil Glindow. Wie viele Bauern sich an dem Protest beteiligen wollen, konnte er zunächst nicht sagen.

In dieser Woche werde man sich unter den Obstbauern über weitere Maßnahmen abstimmen. Auch ein alternatives Baumblütenfest, das auf den Obsthöfen stattfinden soll, sei im Gespräch, sagte Schultz. Zunächst hatte der rbb darüber berichtet.

Viele Bauern hätten erst über Medien erfahren, dass das Baumblütenfest in den kommenden zwei Jahren nicht stattfindet, sagte Schultz weiter. "Statt miteinander zu reden hat die Stadt in Eigenregie gehandelt". Das sei keine angemessene Umgangsform. "140 Jahre Tradition lässt man sich nicht so kaputtmachen."

"Wir sind noch in Schockstarre", sagte die Geschäftsführerin des Sanddorngartens in Petzow, Dorothee Berger, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die Weine für das nächste Baumblütenfest seien schon angesetzt. "Ich hoffe, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist."

Der Werderaner Obst- und Gartenbauverein will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass die Bauern auch im kommenden Jahr ihren Wein verkaufen können. Wie und in welcher Form das geschehen soll, werde noch beraten, teilte der Verein mit.

Bevor es eine neue Ausschreibung gibt, will die Stadt nun gemeinsam mit Anwohnern und Stadtverordneten nach einer langfristigen Lösung suchen. Zunächst solle am 27.11 eine Einwohnerversammlung stattfinden. Auf der wolle die Stadt die Erfahrungen und Entwicklungen der vergangenen Jahre darstellen und das Ergebnis des Vergabeverfahrens erläutern, wie Bürgermeisterin Manuela Saß erklärte. Auch werde es die Möglichkeit für eine erste Diskussion geben.

Nach der Versammlung könnte einem Arbeitspapier der Stadt zufolge im Frühjahr eine Einwohnerbefragung stattfinden, bei der unter anderem ermittelt werden soll, was den Werderanern am Baumblütenfest besonders wichtig ist.

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