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Toter
Eiskalter Mord an der Ex beschäftigt die polnische Öffentlichkeit

Bei einer Fahrzeugkontrolle durch die Polizei ist am Mittwoch auf dem Berliner Ring ein Mann durch Schüsse von Beamten tödlich verletzt worden.
Bei einer Fahrzeugkontrolle durch die Polizei ist am Mittwoch auf dem Berliner Ring ein Mann durch Schüsse von Beamten tödlich verletzt worden. © Foto: Christopher Harms/dpa
Dietrich Schröder und Mathias Hausding / 12.09.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 13.09.2019, 09:04
Berlin-Hellersdorf (MOZ) Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen Straftäter am nordöstlichen Berliner Stadtrand ist bekannt geworden, was sich zuvor in Polen abgespielt hat.

Der brutale Mord, den Pawel R.  am Mittwoch in seiner Heimatstadt Gorzow verübt hat, und die Tatsache, dass er auf seiner Flucht von Brandenburger Polizisten erschossen wurde, beschäftigt die polnische Öffentlichkeit stark. Schon am Mittwochabend war das Ereignis ein Thema in den meisten Fernsehnachrichten und auf den Online-Seiten zahlreicher Zeitungen. Vorwürfe gegen die deutschen Beamten gibt es bisher nicht, und dies, obwohl sich das Nachbarland derzeit in einem heißen Wahlkampf  vor der Parlamentswahl im Oktober befindet, in dem auch schon mal antideutsche Töne zu hören sind.

Vielmehr wird darauf verwiesen, dass der Mörder am Berliner Ring die Polizisten mit seiner Waffe bedroht habe, weshalb diese dann die Schusswaffe einsetzten. Im Zentrum der Berichte steht jedoch das eiskalte Vorgehen des  26-jährigen Täters gegen die gleichaltrige Ukrainerin Kristina V.. Wie es heißt, waren beide bis zum Frühjahr kurzzeitig liiert gewesen, doch die Frau bestand auf die Trennung. Damit konnte sich Pawel R. offenbar nicht abfinden.

Der Sprecher der Gorzower Polizei, Marcin Maluda, berichtete am Donnerstag, dass die Ukrainerin bereits im Juni Anzeige erstattet hatte, weil sie von dem Polen verfolgt und bedroht wurde. Ende August sei deshalb ein Prozess an einem Gorzower Gericht eröffnet worden. Als Beweismittel dienten Drohungen, die der Pole seiner Ex per Facebook für den Fall geschrieben hatte, dass sie nicht zu ihm zurückkehre. Am 2. September wurde Pawel R. wegen Stalkings zu einer vergleichsweise geringen Geldstrafe von 500 Zloty (125 Euro) verurteilt. Zusätzlich erging die Auflage, Kristina V. nicht mehr zu behelligen. Zwei Tage später legte er Berufung gegen dieses Urteil ein.

Im Laufe der vergangenen Woche ist dann offenbar sein Rache- und Mordplan entstanden. Er besorgte sich eine Waffe, genauer gesagt eine Vorderladerpistole. Diese Nachbauten historischer Handfeuerwaffen sind in Polen frei verkäuflich. Damit fuhr er am Mittwochmittag zu der Wäscherei, in der die  Ukrainerin arbeitete. „Weil er sich von früheren Besuchen auskannte, ging er zielgerichtet an ihren Arbeitsplatz“, berichteten Zeugen der Zeitung „Gazeta Lubuska“.

Vor den Augen ihrer Kolleginnen schoss er Kristina V. in den Kopf und ergriff die Flucht. Obwohl rasch die Polizei und ein Arzt gerufen wurden, konnte R. mit seinem Mazda entkommen. Wiederbelebungsversuche bei dem Opfer schlugen fehl. Einige Mitarbeiter der Wäscherei erlitten Schocks und mussten betreut werden. Mit Hilfe der Zeugen gelang es jedoch, den Täter und sein Fahrzeug zu identifizieren.

Die Gorzower Polizei leitete eine Großfahndung ein und bat Brandenburger Kollegen um Unterstützung. Das märkische Polizeipräsidium in Potsdam lobte am Donnerstag die Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen. „Das gemeinsame Polizeizentrum in Swiecko hat sich einmal mehr bewährt“, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst. „Von den polnischen Kollegen kam sofort die Nachricht, dass ein bewaffneter Täter nach einem Tötungsdelikt mit Schusswaffeneinsatz in Polen auf dem Weg ins nahe Deutschland sein könnte. Auf Basis dieser Informationen konnte der Mann auf dem Berliner Ring gestoppt werden.“

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Polizeisprecher Torsten Herbst über den Polizeieinsatz auf der A10

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Am Mittwochnachmittag hatten Beamte an der Autobahnanschlussstelle Hellersdorf den zur Fahndung ausgeschriebenen roten Mazda mit polnischem Kennzeichen angehalten. Der Fahrer, der allein in dem Wagen saß, soll mit einer Waffe „herumgefuchtelt“ und auf die Beamten gezielt haben. Trotz mehrfacher Aufforderung habe er die Waffe nicht weggelegt. Beide Beamte haben daraufhin mehrfach auf den Mann geschossen. Der Mann feuerte nach bisherigen Erkenntnissen keine Schüsse ab.

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Piefke Saga 13.09.2019 - 17:04:46

P.M., das bringt bei ihm nichts. Er hat sich in seinem '89er Stacheldraht dermaßen verheddert,

... dass er von selber nicht mehr raus kommt. Hätte ich 'nen Stacheldraht um den Kopf gewickelt, ich würde auch "den Teufel tun", um mich da raus zu wickeln. Klar schmerzt das. Eigentlich kann er einem leid tun, eigentlich.

Rolf Lustig 13.09.2019 - 15:51:20

Gerichtsbarkeit

Mitte Juni Anzeige erstattet, im August schon der Prozess, Hut ab. Wenn das in Deutschland passiert wäre, wären hinter Juni und August unterschiedliche Jahreszahlen.

Paul Müller 13.09.2019 - 13:50:25

Piefke, anstatt hier unliebsame Personen anzugehen ...

... kannst du Herr Janetschek doch von den Vorteilen offener Grenzen überzeugen ?! ;-)

Piefke Saga 13.09.2019 - 11:26:43

Ein echter Janetschek, ob so gewollt oder nicht ...

Zitat: "Insofern sind Grenzkontrollen ein sinnvoller Beitrag zum Verbrecherschutz." ... wie meinen Sie das? Schutz der Verbrecher, damit sie nicht in Deutschland erschossen werden sondern gleich an der Grenze? Dafür bedanken sich etwaige Zöllner sicherlich bei Ihnen. Vielleicht werden neue Generationen der Zöllner mit "genmanipulierten Schwerverbrecher-Erschnüffelnasen" geboren? ... aber, das würde den jetzigen auch nicht helfen.

Ralf H. Janetschek 12.09.2019 - 14:07:12

Grenzkontrollen

Wenn es an der deutsch-polnischen Grenze noch Grenzkontrollen geben würde, wäre die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß er an der Grenze lebend verhaftet worden wäre. Insofern sind Grenzkontrollen ein sinnvoller Beitrag zum Verbrecherschutz.

Paul Müller 12.09.2019 - 13:38:19

Ja, das Karma holt ein immer ein ...

... könnte man meinen. Habe den Polizeieinsatz von der Autobahnbrücke aus, auf dem Weg zum Baumarkt, für einen Unfall gehalten. Wahnsinn und willkommen im grenzenlosen Europa ...

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