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M100 Media Award
Schottische Regierungschefin für pro-europäischen Kurs ausgezeichnet

Nicola Sturgeon, Regierungschefin von Schottland, bekommt während der Internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium den M100 Media Award.
Nicola Sturgeon, Regierungschefin von Schottland, bekommt während der Internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium den M100 Media Award. © Foto: dpa/Soeren Stache
dpa / 17.09.2019, 20:29 Uhr
Potsdam (dpa) Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon ist in Potsdam für ihren Einsatz gegen den Brexit ausgezeichnet worden.

Sturgeon nahm am Dienstagabend im Orangerieschloss im Park Sanssouci den M100 Media Award entgegen, den das Medienkolloquium M100 seit 2005 auf seiner jährlichen internationalen Medienkonferenz verleiht.

Sturgeon bekräftigte bei der Preisverleihung ihre Ablehnung des Brexits. "Wir haben nicht um ein Referendum gebeten, und als das Referendum dann kam, haben wir mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib gestimmt", sagte die Politikerin. Selbst wenn Schottland "gezwungen" werde, die Europäische Union zu verlassen, werde ihr Land an den europäischen Werten festhalten.

Sowohl die Bürger als auch die Wirtschaft Schottlands würden von der Mitgliedschaft in der Union profitieren. Doch es gehe ihr nicht nur um die Vorteile Schottlands, sondern vor allem um die gemeinsamen Werte wie Freiheit, Pluralismus und Toleranz. Die EU sei die "natürliche Heimat" Schottlands, und ihre Regierung werde alles dafür tun, auch in Zukunft eng mit der Union zusammenzuarbeiten, sagte Sturgeon. "Die Europäische Union ist nicht perfekt. Aber aus meiner Sicht hat keine andere Institution mehr für Wohlstand, Frieden, Demokratie und Menschenrechte auf dem Kontinent getan."

In seiner Laudatio würdigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Schottin als "Freundin Europas" und dankte ihr für ihr "unermüdliches pro-europäisches Engagement" und ihre klare Haltung. "Der Award ist ein Zeichen der Dankbarkeit, der Ermutigung, der Anerkennung für Ihren Einsatz für Europa", sagte Laschet. Zuvor hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine Rede über die europäische Öffentlichkeit gehalten.

Sturgeon ist seit 2014 sogenannte First Minister in Schottland und kann als solche unter anderem die schottischen Minister und Staatsanwälte ernennen. Die 49-Jährige gilt als eine der entschiedensten Gegnerinnen und Gegner des Brexits - und als eine der lautesten Kritiker Boris Johnsons. So kritisierte sie den britischen Premier unter anderem für die Zwangspause des britischen Parlaments und sagte, Johnsons Brexit-Kurs treibe das Land in eine "Katastrophe".

Sturgeon hatte auch die vorige Premierministerin Theresa May oft kritisiert, sich ihr gegenüber für ein zweites Brexit-Referendum stark gemacht und sogar indirekt mit einer erneuten Abstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien gedroht.

Mit dieser klaren Position habe sie großen Einfluss auf die Schotten gehabt, so die Organisatoren der Preisverleihung. Kein anderer Landesteil Großbritanniens habe mit so überwältigender Mehrheit gegen den Brexit gestimmt - das sei vor allem Sturgeons Verdienst, sagte der ehemalige "Bild"-Chefredakteur und M100-Beirat Kai Diekmann etwa Anfang des Monats.

Bei der M100-Medienkonferenz hatten nach Angaben des Veranstalters rund 70 Chefredakteure, Politiker und Wissenschaftler über den Zustand und die Zukunft europäischer Medien beraten. Bisherige Preisträger des undotierten Preises waren unter anderem der Journalist Deniz Yücel, der Boxer Vitali Klitschko und das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo".

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