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Jubiläum
Das FEZ in Berlin feiert sein 40. Jubiläum mit großer Party

Maria Neuendorff / 26.09.2019, 08:30 Uhr - Aktualisiert 26.09.2019, 12:49
Berlin (MOZ) Das FEZ-Berlin feiert sein 40. Jubiläum mit einer großen Geburtstagsfamilienparty.

Pionierpalast in Berlin feierlich übergeben", titelte vor 40 Jahren der "Neue Tag". Obwohl ein Breschnew-Besuch anstand, war dem Vorgänger-Blatt der Märkischen Oderzeitung die Eröffnung des heutigen FEZ in der Wuhlheide am 4. Oktober 1979 einen Aufmacher wert. Kein Wunder, die Ausmaße waren gigantisch. Mit seinen  60 Veranstaltungsräumen, Restaurant, Theater, Kino, Konzertsaal, Sporthalle, Kosmonautenzentrum und Schwimmbad war der 13 000 Quadratmeter große Freizeittreff einer der größten seiner Art in der DDR.

Im Pionierpalast in Oberschöneweide konnten Kinder musizieren, tanzen oder malen, sich aber auch bei Pionierorganisationen und dem kommunistischen Jugendverband FDJ einbringen. Das Angebot sollte sich an den Zielen der kommunistischen Erziehung aus dem SED-Parteiprogramm orientieren.

Und so hielt Margot Honecker zur Eröffnung kurz vor dem 30. Republikgeburtstag  auch einen flammenden Appell für die Treue zur sozialistischen Völkerfamilie, während im "Klub der internationalen Freundschaft" die Leninpioniere das "Drusba"-Lied anstimmten.

Doch die meisten der rund 10 000 Mädchen und Jungen, die danach wöchentlich zu den rund 80 Veranstaltungen und 300 AGs strömten, kamen zum Spielen, Basteln und Experimentieren. "Es war nicht alles ideologisch durchdrungen. Man brauchte kein Pioniertuch umzuhaben, um mitzumachen", sagt Frank Tinius, der 1981 als Lehrer von einem Polytechnischen Zentrum nach Köpenick wechselte. "Ich fand den Ort mitten im Grünen total spannend. Damals haben hier 400 Leute gearbeitet. Die Möglichkeiten waren immens."

Tinius sollte den Nachwuchs für Bautechnik begeistern. Als die Fährverbindung für den Güterverkehr von Mukran auf Rügen in das damals zur Sowjetunion gehörende Klaipėda im heutigen Litauen gebaut wurde, durfte er mit seinen Schützlinge das letzte große Verkehrsprojekt der DDR  im Modell nachbauen. "Es gab eine doppelstöckige Fährbrücke zum parallelen Be- und Entladen, das war damals Hightech", erinnert sich der heute 62-Jährige. "Neben Ministerbesuch bekam wir Unterlagen zur Einsicht, die normalerweise der Geheimhaltung unterlagen."

Manchen AG-Teilnehmer begleitete Tinius bis zum Schulabschluss. Einer seiner Schüler gründete nach der Wende den Verein Feldbahn. Mit Hilfe der historischen Züge, die die Mitglieder sammeln, konnten Besucher erst kürzlich auf dem FEZ-Gelände beim Motto-Wochenende "Bauen" selbst Kies verladen und mit echten Steinen mauern.

In Europas größtem gemeinnützigen Kinder-, Jugend- und Familienzentrum, das jährlich vom Senat mit 6,2 Millionen Euro gefördert wird, organisiert Tinius heute Familienwochenenden und internationale Modellbautreffen. An diesem Sonnabend und Sonntag wird das  40-jährige Jubiläum gefeiert.

Neben einer großen Torte wird es Live-Musik und eine Filmausstellung zur Geschichte des Hauses geben. In dieser spielt auch der Brunnen eine Rolle. Das Schmuckstück, in dem Generationen von Kindern planschten, wurde mithilfe von Spenden saniert und wird nach sechs Jahren wieder sprudeln.

Tinius selbst  wird im Foyer mit Besuchern mit elektrischen Sägen, Teppichmessern und Kleber Figuren und Gebäude basteln. "Im Zeitalter der Computerbildschirme haben die motorischen Fähigkeiten der Kinder immer mehr abgenommen", hat er registriert. Als Gegenentwurf will der Pädagoge und Erlebnismanager Angebote machen, bei dem die Kinder wieder haptische Erfahrungen machen. "Das FEZ als riesiger grüner Spielplatz ist ein guter Ort, sich selbst auszuprobieren und seine Talente zu entdecken."

Infos zur Jubiläumsfeier und zum sonstigen Programm: www.fez-berlin.de

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