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Bestatter-Skandal
Zwischen Schrottautos aufbewahrt: Staatsanwalt ermittelt im Fall der Werkstatt-Leichen

Der Fall sorgt für Empörung
Der Fall sorgt für Empörung © Foto: Patrick Pleul/dpa
Andreas Wendt / 30.09.2019, 18:00 Uhr - Aktualisiert 30.09.2019, 18:07
Frankfurt (Oder). (MOZ) Gegen den Bestatter, der über ein Subunternehmen in einer leerstehenden Kfz-Werkstatt in Biegen (Oder-Spree) mehrere Leichen gelagert haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) nun doch Ermittlungen aufgenommen. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt der Brandenburger Generalstaatsanwaltschaft in Brandenburg/Havel, Eugen Larres, am Montag mitteilte, würde nun geprüft, ob der Straftatbestand der Störung der Totenruhe erfüllt ist.

"Die Staatsanwaltschaft wird uns berichten", sagt Larres. Ende vergangener Woche hatte die Frankfurter Behörde noch betont, es läge kein Anfangsverdacht vor. Parallel dazu hat der Landkreis Oder-Spree ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und die weitere Nutzung der Halle untersagt.

Anwohnern war zuvor aufgefallen, dass vor der Kfz-Werkstatt zu unterschiedlichen Zeiten Verstorbene an- und abgeholt worden sind, die dort in Kühlzellen gelagert haben sollen. Das Gesundheitsamt und die zuständige Amtsdirektorin fanden daraufhin am 18. September den Verdacht auf die nicht den Vorschriften entsprechende Aufbewahrung von Leichen in der Lagerhalle bestätigt.

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Leichen in Kfz-Halle gelagert

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Dass es sich bei dem Bestattungsunternehmen um einen Vertragspartner der Brandenburgischen Generalstaatsanwaltschaft handeln soll, will der Leitende Oberstaatsanwalt nicht bestätigen. "Wir prüfen, ob es ein Vertragsbestatter ist. Wir prüfen, ob es sich bei den dort gelagerten Leichen um private oder um jene handelt, die Bestandteil des Vertrags sind. Und wir prüfen, ob die Aufbewahrung der Leichen fachgerecht erfolgte", sagt Larres.

Die Generalstaatsanwaltschaft schreibt den Transport und die Aufbewahrung von Unfalltoten oder an unnatürlicher Todesursache Verstorbener nach Regionen aus. Auf die Liste der Vertragsbestatter greift dann die Polizei zurück. Dass Subunternehmen diese Aufgaben übernehmen, ist nach Aussage eines Bestattungshauses aus Strausberg (Märkisch-Oderland) dabei durchaus zulässig.

In Brandenburg sind Leichen in einer alten Kfz-Werkstatt in Biegen (Oder-Spree) entdeckt worden. Sie sollen dort von mehreren Bestattungsunternehmen gelagert worden sein.
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Bestatter-Skandal: Leichen zwischen Schrottautos gelagert

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