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Campus
Studieren am Park Sanssouci: Potsdamer Uni wird ausgebaut

Dietrich Schröder / 10.10.2019, 06:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Der Campus am Neuen Palais in der Landeshauptstadt wird weiter entwickelt. Dabei geht es auch um den künftigen "Westpark Sanssouci".

In den Gebäuden einer barocken Schlossanlage zu studieren, die noch dazu zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, das können nicht all zu viele junge Leute von sich behaupten. "Es ist wirklich wunderschön, vom Wohnheim mit dem Fahrrad quer durch den Park Sanssouci zum Seminar oder zur Vorlesung zu fahren und anschließend in die Innenstadt zurück." Davon schwärmt Amy Walker, die auf dem Campus Am Neuen Palais der Uni Potsdam Anglistik und französische Philologie studiert hat, bis heute.

In dieser Woche hat die bauliche Neuordnung des Campus begonnen. Ein Entwicklungsprozess, der sich über drei Jahrzehnte hinziehen soll. Dabei geht es nicht nur um die Erweiterung der Universität, sondern auch um die Wiedergewinnung des "Westpark Sanssouci". So werden Teile des einstigen Parks, der sich westlich des 1769 errichteten Neuen Palais und der Communs befand, mit Lindenallee, Wiesenflächen und Baumgruppen unter denkmal- und naturschutzrechtlichen Vorgaben schrittweise wiederhergestellt.

Das ganze Vorhaben hat eine mehrfach historische Dimension: Noch vor der Entstehung der DDR war im Oktober 1948 in den Nebengebäuden des Neuen Palais die damalige Brandenburgische Landeshochschule gegründet worden. Rund 25 000 Lehrer wurden hier zwischen 1948 und 1991 ausgebildet. 1951 erfolgte die Umbenennung in "Pädagogische Hochschule", ab 1971 mit dem Zusatz "Karl Liebknecht".

1991 gingen die Liegenschaften am Neuen Palais in die Nutzung der damals neu gegründeten Universität Potsdam über. Nach umfassenden Modernisierungen beherbergt das südliche Commun heute unter anderem das Präsidialamt und Teile der Hochschulverwaltung, während im nördlichen Commun Institute der Philosophischen Fakultät untergebracht sind.

"Für die Universität lautete die Frage bezüglich ihres Standortes am Neuen Palais jetzt: Wachsen oder Weichen?" Das sagt Brandenburgs (Noch-)Finanzminister Christian Görke von den Linken,  der die 30 Millionen Euro für die erste Phase des Vorhabens mit bewilligt hat. Sie beinhaltet einen Neubaukomplex für Teile der Universitätsverwaltung, das Gebäudemanagement, das Rechenzentrum, das Audiovisuelle Zentrum und die Druckerei der Hochschule. Bei der Umgestaltung des Areals arbeiten die Stadt, Landesregierung, der Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, das  Landesamt für Denkmalpflege  und natürlich die Universität Potsdam Hand in Hand.

"Zwar dauerten die Vorbereitungen mal wieder sehr, sehr lange – der Architekturwettbewerb war ja schon 2015 – aber umso glücklicher sind wir nun darüber, dass es mit dem Bau endlich los geht. Unser Campus Am Neuen Palais steht vor einer tiefgreifenden Umgestaltung, die sowohl funktional wie auch ästhetisch kaum Wünsche offen lässt", freute sich Uni-Präsident Oliver Günther anlässlich des Starts der Bauarbeiten am Mittwoch.

Hochschule mit historischen Standorten

Die Universität Potsdam übernahm bei ihrer Gründung 1991 die Liegenschaften von Vorgängereinrichtungen mit einer höchst unterschiedlichen Geschichte. Am Neuen Palais befand sich zu DDR-Zeiten eine Pädagogische Hochschule. Am Standort Golm befand sich die berüchtigte Juristische Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit. Zuvor war das Areal in der NS-Zeit von der "Luftnachrichtenabteilung" des Oberbefehlshabers der Luftwaffe genutzt worden. In Griebnitzsee wurden bis 1990 in der "Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften" DDR-Diplomaten ausgebildet. ⇥ds

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