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Ob der Schutz von jüdischen Einrichtungen ausreicht, steht nach dem Anschlag von Halle auf dem Prüfstand – auch in Brandenburg. In einem Treffen wollen sich Polizei und jüdische Gemeinden darüber beraten.

Beratung
Brandenburg prüft Sicherheit jüdischer Einrichtungen

Der Brandenburger Landesrabbiner Nachum Presman hält nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle/Saale einen größeren Schutz jüdischer Einrichtungen für notwendig.
Der Brandenburger Landesrabbiner Nachum Presman hält nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle/Saale einen größeren Schutz jüdischer Einrichtungen für notwendig. © Foto: Jörg Carstensen/dpa
dpa / 18.10.2019, 08:45 Uhr
Potsdam (dpa) Nach dem Anschlag von Halle will Brandenburg die Sicherheit von jüdischen Einrichtungen im Land überprüfen.

Ein Treffen zwischen Vertretern der jüdischen Gemeinden und Organisationen mit der Polizei ist für kommenden Freitag (25. Oktober) angesetzt. In dem Gespräch soll der Handlungsbedarf aus Sicht der jüdischen Vertreter besprochen werden. Auch um bauliche Maßnahmen solle es gehen, wie das Innenministerium auf Nachfrage mitteilte.

Nach dem Anschlag wurden im Land bereits die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Seitdem werden sechs Einrichtungen, darunter die Synagoge in Cottbus und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden in Potsdam, durchgehend mit einem Posten der Polizei geschützt. Alle anderen polizeilich bekannten jüdischen Objekte wie Friedhöfe oder Gedenkorte werden in unregelmäßigen Abständen durch die Polizei kontrolliert. So war es auch vor dem Anschlag – unabhängig von jüdischen Feiertagen, erklärte Ministeriumssprecher Ingo Decker. Zu näheren Einzelheiten der Schutzmaßnahmen wollte das Ministerium aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen.

Ob die bisherigen Maßnahmen ausreichten, wollte Landesrabbiner Nachum Presman auf Nachfrage nicht beantworten. "Diese Frage überlasse ich denen, die sich mit dem Schutz auskennen", sagte er. Presman vertraue auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden. Angst habe er seit dem Anschlag in Halle nicht. Von anderen Gemeindemitgliedern höre er dies jedoch schon.

"Die Gemeinde soll ein sicherer Ort sein, wo die Menschen keine Angst haben müssen. Wir wollen uns nicht verstecken müssen." Neben einem guten Sicherheitskonzept gehöre dazu auch ein Gefühl, dass Juden in Deutschland akzeptiert sind, sagte er. An diesem Freitag treffen sich die Innenminister von Bund und Ländern in Berlin, um über den Schutz von Synagogen zu beraten.

Am 9. Oktober hatte ein Attentäter in Halle versucht, sich mit Waffengewalt Zutritt zu einer Synagoge zu verschaffen. An dem Tag begingen 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur. Als dem 27-Jährigen der Zutritt nicht gelang, erschoss er eine Passantin und einen Mann in einem Döner-Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. Der Attentäter sitzt in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt.

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