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Auf Wunsch vieler Eltern
Kenia-Koalition ändert Stichtag für Einschulung

Die künftige Brandenburger Regierung will den Stichtag für die Einschulung im Land ändern.
Die künftige Brandenburger Regierung will den Stichtag für die Einschulung im Land ändern. © Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Mathias Hausding / 24.10.2019, 14:30 Uhr
Potsdam (MOZ) Die künftige Brandenburger Regierung will den Stichtag für die Einschulung im Land ändern. Das geht aus dem dieser Zeitung vorliegenden Entwurf des Koalitionsvertrags vor.

Das fertige Vertragswerk soll am Freitag vorgestellt werden. Noch immer werde an Details gearbeitet, hieß am Donnerstagmittag. An der vereinbarten Änderung des Einschulungsstichtags werde aber wohl nicht mehr gerüttelt.

Demnach soll künftig ausgeschlossen werden, dass gegen den Elternwillen Kinder bereits mit fünf Jahren zur Schule müssen. Dafür wird der Stichtag vom 30. September auf den 30. Juni eines jeden Jahres vorgezogen. Das heißt, alle Mädchen und Jungen, die bis zum 30. Juni eines Jahres sechs Jahre alt werden, sind in diesem Sommer schulpflichtig. "Wie bisher können Eltern einen Antrag auf frühere Einschulung ihres Kindes stellen", heißt es im Koalitionsvertrag weiter. Ab wann die Änderung des Stichtags gelten soll, steht im Vertrag nicht.

Als einzige der drei angehenden Regierungsparteien hatte die CDU eine entsprechende Forderung im Wahlprogramm für die Landtagswahl. Noch vor einer Woche hatte das Bildungsministerium auf Anfrage dieser Zeitung erklärt: "Wir sehen keine Veranlassung, den Stichtag 30. September zu ändern." Hintergrund der Anfrage war die seit einigen Wochen laufende Petition Brandenburger Eltern gegen die Einschulung mit fünf Jahren. Bislang wurde die Forderung online 7000 Mal unterzeichnet. Eltern hatten im Gespräch mit dieser Zeitung kritisiert, dass Kindergärten und Schulleitungen zuweilen gegen den Willen der Mütter und Väter auf die frühe Einschulung pochen würden.

Die Befürworter der Petition argumentieren, dass sie ihre Kinder am besten kennen würden und damit einschätzen könnten, ob die Einschulung mit fünf für ihren Nachwuchs zu früh komme. Auch wenn das Bildungsministerium vor einigen Jahren schriftlich an die Bildungseinrichtungen appelliert hatte, den Elternwillen zu beachten, haben die Schulleiter per Gesetz das letzte Wort. Sie können demzufolge bislang die Einschulung mit fünf durchsetzen, auch wenn die Eltern das nicht wünschen. Das soll sich nun ändern.

Die sogenannte Rückstellungsquote ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Blieben 2009 noch zehn Prozent aller eigentlich schulpflichtigen Kinder ein Jahr länger in der Kita, waren es 2018 mehr als 16 Prozent.

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