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Feinschmeckerfestival
Das eat! Berlin bietet außergewöhnliche Genusskultur – auch im Umland

Kerstin Bechly / 03.12.2019, 06:30 Uhr
Potsdam (MOZ) Bei Crime&Dine im Berliner Westin Grand geht es vegetarisch zu, Zwei-Sterne-Koch Tim Raue lädt sich in sein Restaurant den als besten Koch der Malediven ausgezeichneten Abdullah Sobah zum paradiesischen Kochen ein und beim Genuss-Abend im Volt erwartet Besucher ein Blind Date mit Köchen und Winzern.

Nicht nur die Themen der 72 Veranstaltungen beim 9. eat! Berlin vom 20. Februar bis 1. März 2020 sind breit gefächert, auch die Örtlichkeiten. Denn die 100 Köche – mit mehr als 700 Punkten im Gault&Millau und 55 Michelin-Sternen ausgezeichnet – sowie über 50 Winzer wirbeln bei diesem Feinschmeckerfestival nicht nur am Restaurantherd, sondern ebenso an ungewöhnlichen Orten wie dem Roten Rathaus, dem Schlossparktheater und in einer Porzellanmanufaktur. Treffpunkt sind ebenso die Schweizer Botschaft, eine ehemalige Bank-Schalterhalle und ein Theaterzelt. Zudem heißt es an zwölf Abenden eat!berlin im Kiez.

Benefizabend im Kochzimmer

Dabei zieht das Gourmet-Festival einmal mehr auch ins Umland, konkret in drei Potsdamer Lokalitäten. Ins Bayerische Haus kommen drei Köche und ein Weinbegleiter mit dem selben historischen Vornamen – so lag es nahe, den Abend mit "Alexander die Großen" zu überschreiben. Zwei von ihnen sind über die Köchevereinigung Jeune Restaurateurs verbunden: Alexander Dressel hat das Amt als-Präsident an Alexander Hubert übergeben.

Die Villa Kellermann erlebt ihre Premiere mit dem Motto "Der gedeckte Tisch von Oma Raue". Koch Tim Raue, der bei eat!Berlin mehrfach Abende gestaltet, präsentiert Gerichte seiner Oma Gerda, darunter Schweinskopfsülze, Schillerlocken und Griespudding. Moderator Günther Jauch kommentiert dazu Weine aus drei Jahrzehnten Familiengeschichte. Und Jörg Frankenhäuser vom Kochzimmer lädt zum Benefizabend " An die Tafel bitte" ein. Der gesamte Umsatz des von den Schauspielern Isabell Gerschke und Thomas Arnold moderierten Abends wird an die Potsdamer Tafel gehen. Die Festivalmacher unterstützten diese Idee gern.

Wie immer holen sich die Hauptstädter Köche wieder Gästekollegen in ihre Häuser. Ein kurzer Weg steht Frank Schreiber aus dem Restaurant "Goldener Hahn" in Finsterwalde bevor. Er wird mit Spy&Skrei ein geheimes Dinner im Spionagemuseum servieren, das durch eine Museumsführung sowie Gespräche mit Helmut Müller-Enbergs, dem Leiter der Spionageabwehr in Berlin, und den einstigen Top-Agenten Rainer und Christine-Ann Rupp weitere Spannung verspricht. Aus Österreich und der Schweiz sind Köche ebenso eingeladen wie aus Frankreich. Eine weite Anreise haben der US-Amerikaner Roberto Cortez, der durch sehr aufwändige Dinner-Inszenierungen bekannt wurde, und die Südkoreanerin Jeong Kwan, die eine eigene Folge in der Netflix-Serie "Chefs Table" hatte.

Invasive Arten auf dem Tisch

Die Festivalmacher um Leiter Bernhard Moser und Geschäftsführerin Sina Moser holen sich gern immer wieder neue Restaurants mit ins Boot, genaugenommen, an den Tisch. Und so sind erstmals unter anderem die Fabrik 23,  Cell, Le Faubourg, Charlotte & Fritz, The Grand, Westin Grand, Malakeh und Prism dabei. Zum Thema Neues passt die Tour de Cuisine invasive Arten. Hier können Besucher in vier Lokalitäten neben Sumpfkrebsen aus dem Tiergarten auch Nilgans und Nutria sowie ein Knöterich-Dessert probieren.

Für Bernhard Moser, zum "Gastronomischen Innovator 2019" gewählt, passt dies alles zu seinem Anliegen, innovativ zu bleiben: "Wir werden einfach nicht damit aufhören, laut zu sein und festzustellen, dass Spitzengastronomen Kulturschaffende sind und dass es nicht nur um Essen und Trinken geht, sondern darum, gemeinsam schöne Momente zu erleben, von denen man zumindest ein Jahr lang zehrt."

Kulinarische Genüsse und Kultur kommen an

Das eat! berlin startete 2011 mit 400 Besuchern als kleine Veranstaltungsreihe.

In diesem Jahr kamen 8500 Besucher und das Festival ist inzwischen eine feste Größe im Kulturbetrieb.

Detaillierte Informationenauf der Homepagewww.eat-berlin.de.⇥keb

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