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Nur noch 40 Kilometer entfernt
Afrikanische Schweinepest hat Brandenburg fast erreicht

Dietrich Schröder / 03.12.2019, 12:16 Uhr - Aktualisiert 03.12.2019, 17:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor einem Monat war die Gefahr  noch 400 Kilometer entfernt, jetzt sind es nur noch 40. Seit Mitte November nahe der an der Oder gelegenen Stadt Nowa Sól (Neusalz) bei einem von einem Auto angefahrenen Wildschwein der Erreger der Afrikanischen Schweinepest festgestellt wurde, ist klar, dass die gefährliche Tierkrankheit auch Brandenburg erreichen kann. Eine Karte, die vom polnischen Hauptveterinäramt in Warschau regelmäßig aktualisiert wird, zeigt, dass sich die Krankheit, die bisher nur im Osten des Nachbarlandes auftrat, sprunghaft in den Westen verbreitet hat.

Die roten Flecken machen deutlich, wo in diesem Jahr infizierte Wildscheine gefunden wurden. Blaue Punkte stehen für infizierte Hausschweine, die zumeist in kleinbäuerlichen Betrieben entdeckt wurden. Deren Bestände mussten notgeschlachtet werden, um größere Betriebe zu schützen. Gelb steht für die vorgelagerten Schutzzonen, in denen auch erhöhte Seuchenschutzmaßnahmen für Landwirtschaftsbetriebe gelten, damit sich die Krankheit nicht  ausbreitet.

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Lange wurde dieses Ziel erreicht. „Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass wir seit dem ersten Fund fast täglich verendete Wildschweine gefunden haben.“ Das berichtet der Vorsitzende des Bauernverbandes der Region Lebuser Land, Stanislaw Mysliewiec. Zum ersten Fundort bei Nowa Sól sind inzwischen zwei weitere hinzugekommen. Einer in den Wäldern um die 120 000 Einwohner zählenden Stadt Zielona Góra (Grünberg) und der zweite – am Montag dieser Woche – weiter westlich bei der Stadt Nowogród Bobrzanski. Dieser jüngste Fundort ist nur noch rund 40 Kilometer von Brandenburg entfernt. „Zum Glück befinden sich in den Fünf-Kilometer-Schutzzonen um die drei Fundorte noch immer keine Mastbetriebe“, sagt Mysliewiec.

140 Soldaten im Such-Einsatz

Bei der Suche nach Tierkadavern sowie nach noch lebenden Wildschweinen, die sich auffällig  verhalten, sind außer Förstern, Jägern und Landwirten auch rund 140 Soldaten der polnischen Armee im Einsatz. Auch EU-Inspektoren aus Deutschland, Litauen und Bulgarien haben das neue Seuchengebiet in der vergangenen Woche in Augenschein genommen. Stanislaw Mysliewiec wundert sich freilich darüber, „wieso Wildbrücken, die auch in Richtung Deutschland über Landstraßen führen, noch nicht geschlossen wurden, sondern immer noch offen sind“.

„Nach den EU-Regeln müssen Länder, in denen die Schweinepest auftritt, zuerst die EU-Kommission informieren. Diese informiert dann alle Mitgliedsstaaten.“ Das erklärt der Sprecher des neuen Brandenburger Gesundheits- und Verbraucherschutzministeriums, Tobias Arbinger. „Unser Landestierarzt verfügt aber zudem über einen direkten Kanal in die Wojewodschaft Lebuser Land, deshalb sind wir besonders sensibilisiert“, versichert er.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist drei Wochen nach einem Ausbruch in Westpolen noch näher an Deutschland herangerückt. Der Virus wurde bei einem verendeten Wildschwein in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski nachgewiesen.
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Schweinepest: Spürhunde spüren tote Schweine auf

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Die Landesregierung hat bereits beschlossen, dass seit dem 1. Dezember 50 statt bisher 30 Euro Aufwandspauschale an Jäger gezahlt werden, die tote Wildschweine melden und veterinärmedizinisch untersuchen lassen. Heute soll ein Informationsbrief an Brandenburger Speditionsunternehmen verschickt werden, in dem dazu aufgerufen wird, keine fleischhaltigen Lebensmittel aus Polen einzuführen.

Sachsen probt schon den Notfall

Landwirten aus der Grenzregion geht das nicht weit genug. Sie befürchten, dass infizierte Tiere durch die Oder oder Neiße schwimmen könnten. „Die Wildschweine müssen massiv dezimiert werden“, fordert der Chef der Agrargenossenschaft Neuzelle, Frank Matheus.

In Sachsen wird seit Montag mit einer Übung bereits der Notfall geprobt. „Es ist nicht mehr die Frage, ob die Afrikanische Schweinepest kommt, sondern wir stellen uns die Frage, wann“, sagte die dortige Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU).

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