Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wasserversorgung und Tarifbindung
Gigafactory in Grünheide: Ausschuss fordert mehr Transparenz von Tesla

Ulrich Thiessen / 15.01.2020, 11:05 Uhr - Aktualisiert 15.01.2020, 12:30
Potsdam (MOZ) Die brandenburgische Landesregierung erwartet noch bis Ende der Woche die Unterschrift von Tesla unter den Kaufvertrag für das künftige Industriegelände in Grünheide. Das erklärte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch im zuständigen Ausschuss des Landtages. Bis Mitte März sollen die bauvorbereitenden Arbeiten, sprich die Kampfmittelberäumung und Fällung der Bäume, abgeschlossen werden. Die Kosten für die Kampfmittelbeseitigung muss das Land tragen, die Rodung zahlt Tesla.

Mehr lesen: Gigafactory-Gelände - eine heikle Adresse: Stasi plünderte hier Westpakete

Debatte um Wasserversorgung

Die Abgeordneten von Linken, Grünen und BVB/Freie Wähler kritisierten die mangelnde Kommunikation des Unternehmens. Steinbach formulierte die Hoffnung, dass mit der Informationsbox, die morgen in Grünheide eröffnet werden soll, Tesla offene Fragen in der Region beantworten werde. Es sei bedauerlich, wie aktuell die Debatte um die Wasserversorgung vor Ort laufe, sagte der Minister. Für die erste Ausbaustufe sehen die Genehmigungsunterlagen die Nutzung von Wasser aus den öffentlichen Wasserversorgern vor. Für eine spätere Nutzung von Grundwasser wird es ein geologisches Gutachten geben. Das müsse seiner Meinung nach erst einmal abgewartet werden.

Auch künftige Tarifbindung noch unklar

Steinbach wies darauf hin, dass er auch keine Aussage zu einer künftigen Tarifbindung machen könne. Das Unternehmen habe entsprechende Zusagen im Vorfeld gemacht und es gebe erste Gespräche mit der IG Metall. Aber auch darüber müsse das Unternehmen selbst Auskunft geben.

Philip Zeschmann (BVB) forderte von der Landesregierung vor Ort ein Maximum an Informationen zu gewährleisten. Es dürfe nicht passieren, dass wegen fehlender Einbeziehung vor Ort eine bundesweit beachtete Protestaktion zur Verhinderung des Vorhabens entsteht.

Das Vorhaben: 

Tesla will in einer Fabrik östlich von Berlin bis zu 500 000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle im Jahr bauen, zunächst sollen es ungefähr 150 000 Fahrzeuge pro Jahr sein. Tesla hatte beantragt, schon bald mit der Rodung des geplanten Fabrikgeländes in Grünheide im Kreis Oder-Spree zu beginnen. Die Rodung von zunächst 90 Hektar Wald soll vor Beginn der Vegetationsperiode Mitte März abgeschlossen sein. Das gut 300 Hektar große Gelände wird derzeit auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG