Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gedenkfeier
Abschied von Manfred Stolpe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht in der Kirche St. Nikolai (Nikolaikirche) vor einem Porträt des Verstorbenen entlang, während der Gedenkfeier des Landes Brandenburg für den verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht in der Kirche St. Nikolai (Nikolaikirche) vor einem Porträt des Verstorbenen entlang, während der Gedenkfeier des Landes Brandenburg für den verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe. © Foto: Soeren Stache/dpa
Ulrich Thiessen / 21.01.2020, 16:54 Uhr - Aktualisiert 21.01.2020, 20:09
Potsdam (MOZ) Die Familie Stolpe und rund 500 Wegbegleiter verabschiedeten sich am Dienstag in der Potsdamer Nikolaikirche von Manfred Stolpe. Der frühere Kirchenjurist, Ministerpräsident und Bundesverkehrsminister war Ende Dezember im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Christian Stäblein, Landesbischof der evangelischen Kirche, würdigte in seiner Predigt den "Brückenbauer zwischen Ost und West" als "Vater des modernen Brandenburgs".

Ministerpräsident Dietmar Woidke erinnerte daran, dass der gebürtige Pommer sich gern als "Häuptling der Streusandbüchse" sah.  Menschen fühlten sich von ihm gesehen, nannte Woidke als eine der Ursachen für die Beliebtheit des Verstorbenen. Er hob hervor, dass Stolpe früh den Blick nach Osten öffnete, viele Partnerschaften mit Polen und Russland begründete, auf denen das Land heute aufbauen kann.

Ausführlich würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das politische Wirken von Manfred Stolpe. "Ein Ostdeutscher, der den Ostdeutschen Mut machte, und der Menschen aufrichten konnte", so beschrieb er den Potsdamer – ein Brückenbauer, einen Meister des Dialogs.

Steinmeier erinnerte daran, dass der Kirchenjurist sich für viele Menschen einsetzte, die vom DDR-System bedrängt oder verfolgt wurden. Es sei notwendig gewesen, mit dem Unrechtsregime zu verhandeln, betonte der Bundespräsident. Auch wenn nach der Wende einige Stolpe dies zum Vorwurf machten, auch solche, denen er geholfen hat.

Stolpe habe nach der Wende nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen das Schockartige verstanden, das den Menschen widerfuhr, wenn sie ihren Arbeitsplatz verloren. Viele derartige Verletzungen wirkten bis heute nach. Die ostdeutsche Geschichten sei immer noch kein selbstverständlicher Teil des gesamtdeutschen Wir geworden. Daran zu arbeiten, sei im 30. Jahr der Einheit das Vermächtnis des Verstorbenen, sagte der Bundespräsident.

Zum Abschied der Gedenkveranstaltung spielte das Landespolizeiorchester die "Märkische Heide", jenes zur brandenburgischen Hymne gewordene Lied, das Manfred Stolpe bei seinen Auftritten zu Beginn der 90er gern nutzte, um die Identität des neu gegründeten Landes zu fördern.

Hochrangige Politiker

Zu den zahlreichen Gästen zählten die ehemaligen Bundestagspräsidenten Rita Süssmuth und Wolfgang Thierse, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, der  Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, seine Vorgänger Walter Momper und Eberhard Diepgen, der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Auch Vertreter des Hauses Hohenzollern waren anwesend.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG