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Ersetzbare Kiefern
Waldschutzverband akzeptiert Teslas Abholzung und Aufforstung

Ein Traktor vom Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeitet an der Erschließung eines Waldweges auf dem künftigen Gelände der Tesla-Gigafactory.
Ein Traktor vom Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeitet an der Erschließung eines Waldweges auf dem künftigen Gelände der Tesla-Gigafactory. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Ulrich Thiessen / 27.01.2020, 19:22 Uhr - Aktualisiert 28.01.2020, 08:01
Potsdam (MOZ) Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) forderte eine Versachlichung der Debatte um die Abholzung und Rodung eines Waldstückes in Grünheide für den Bau einer Fabrik des US-Unternehmen Tesla.

In einer dreiseitigen Stellungnahme vom Wochenende wird betont, dass es sich bei dem vorgesehenen Waldstück um Kiefernbestände jüngeren und mittleren Alters handelt, die "ausnahmslos realkompensationsfähig" sind. Übersetzt bedeutet dies: Es gebe keine Flächen oder Bäume, die wegen ihres herausgehobenen Biotopwertes nicht ersetzt werden könnten.

Es sei begrüßenswert, dass das Unternehmen die dreifache Fläche wieder aufforsten will.

Die SDW fordert in diesem Zusammenhang, dass es sich um neue, artenreiche, klimastabile Mischbestände handeln müsse. Das Land solle einen Vertrag mit Tesla eingehen, um diese Selbstverpflichtung über die übliche Eins-zu-Eins-Kompensation hinaus einklagen zu können. Außerdem müsse der neue Wald über 30 Jahre lang betreut und gepflegt werden. Eine Zahlung an Naturschutzverbände als Kompensation lehnt die Schutzgemeinschaft ab.

Die Wasserversorgung der künftigen Fabrik müsse ohne Beeinträchtigung für das Oberflächenwasser gelöst werden, heißt es weiter. In dem Papier ist davon die Rede, dass die geplante Investition "gesellschaftspolitisch von besonderem Interesse" sei.

Sollten die angekündigten Kompensationen nicht den genannten Erwartungen entsprechen, werde die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald von ihrem Verbandsklagerecht Gebrauch machen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist ein Umweltverband, der sich für den Erhalt von Alleen einsetzt, Waldschulen betreibt und an der Auswahl des Baumes des Jahres beteiligt ist. Er wurde 1947 mit dem Ziel der Wiederaufforstung von Wäldern gegründet, die zum Teil als Reparationsleistungen abgeholzt worden waren.

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Norbert Wesenberg 28.01.2020 - 11:16:33

Nichts ist weg

Der Wald ist nur woanders. Zum Beispiel in den Printausgaben der MOZ oder Bild Zeitung. Reste davon landen im Spanplattenwerk Beeskow und in unseren Möbeln. Somit ist dann alles wieder "in Ordnung".

Ralf H. Janetschek 28.01.2020 - 08:28:01

Mein Freund der Baum

Fakt ist, der Wald ist dann weg! Nach meiner Überzeugung ist ein "schlechter" Wald immer noch besser, als gar keiner.

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