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Valentinstag - ein Tag der Romantik oder des Kommerzes?

Am Valentinstag sollen Männer ihren Geliebten Blumen mitbringen - oder? Die MOZ hat sich umgehört.
Am Valentinstag sollen Männer ihren Geliebten Blumen mitbringen - oder? Die MOZ hat sich umgehört. © Foto: Javed Dar/dpa
Louisa Theresa Braun / 14.02.2020, 13:41 Uhr - Aktualisiert 14.02.2020, 17:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist wieder Valentinstag. Der Tag, an dem die Geliebten mit Blumen und Pralinen beschenkt, ins Kino oder ins Restaurant ausgeführt werden sollen. So suggeriert es zumindest die Werbeindustrie, auch in den sozialen Medien ist der Tag der Liebenden ein großes Thema.

Was unsere Leser von diesem Tag halten, haben wir in einer nicht-repräsentativen Facebook-Umfrage festgehalten. Demnach gaben 28 Prozent der Teilnehmenden (73 von 265 Stimmen) an, "Valentins-Romantiker" zu sein – für den Großteil der Befragten ist der Valentinstag jedoch "totaler Quatsch", wie Jennifer Fritzsche auf Facebook schreibt. "Nur ein Tag zum Geld machen", erklärt sie. "Man sollte seinen Partnern auch ohne dieses Datum zeigen, dass man sie liebt, und nicht erst auf den 14. Februar warten", ergänzt Christian Metzger.

Den Valentinstag als Möglichkeit für Liebesbekundungen zu nutzen, sollte aber jedem offen stehen, schreibt Nicole Münn. "Das machen viele zum Geburtstag auch. Einige feiern Frauen-, Mutter- oder Vatertag. Manche haben einen bestimmten Jahrestag für die Beziehung. Warum sollte man nicht an einem Tag speziell an die Partnerschaft denken?"

Geschichte des Valentinstags

Der Brauch des Valentinstags geht auf das christliche Fest des Heiligen Valentinus zurück. Unter dessen Namen werden verschiedene Märtyrer angeführt, zum Beispiel der Heilige Valentin von Rom. Er traute Soldaten, denen das Heiraten verboten war, und feierte während der Christenverfolgung im Römischen Reich Gottesdienste für Christen.

Mit Romantik wurde der Tag erstmals im 14. Jahrhundert in Kreisen des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer assoziiert, als die Tradition der höfischen Liebe aufkam. Im England des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Valentinstag zu einer Gelegenheit, bei der Liebende ihre Verbundenheit miteinander zum Ausdruck brachten, indem sie einander Blumen, Süßigkeiten und Grußkarten - sogenannte "Valentines" - schenkten.

Diese Tradition verbreitete sich im 19. Jahrhundert erst im englischsprachigen Raum, seit dem späten 20. und 21. Jahrhundert im Rest der Welt. In Westdeutschland wurde der Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg durch dort stationierte US-Soldaten bekannt. In den Vereinigten Staaten wird der Zahl der versandten Valentinskarten inzwischen auf etwa 190 Millionen geschätzt. In den letzten Jahrzehnten wurde der Anlass über Werbekampagnen zur Umsatzförderung zunehmend kommerzialisiert.

Kommerz und Sexismus

Auch auf Twitter liegt am 14. Februar der Hashtag #Valentinstag in den Trends, nicht nur im Zuge von Glückwünschen und Liebesbekundungen, sondern auch verbunden mit Kritik an heteronormativen und oft frauenverachtenden Stereotypen in der Werbung als "üble Mischung aus Kommerz und Sexismus". So adressieren die meisten Valentinsangebote gezielt Männer, die durch die Investition eine weibliche Partnerin für sich gewinnen sollen – homosexuelle Beziehungen oder Initiative ergreifende Frauen kommen selten vor.

Einen Gegenpol zu #Valentinstag setzt #OneBillionRising. Die weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen wurde 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert und wird seit 2013 ebenfalls am Valentinstag gefeiert. Der Name, englisch für "Eine Milliarde erhebt sich", deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben vergewaltigt oder Opfer schwerer Körperverletzung wird. Über 80 Prozent der sexualisierten Gewalt geschieht laut der Beratungsstelle des Frauen-Notrufs Münster in Partnerschaften oder im näheren sozialen Umfeld der Betroffenen.

So steht der 14. Februar heute nicht nur für Zuneigung und Liebe, sondern auch für die Kehrseite des partnerschaftlichen Ideals. Der ursprünglichen Idee, der Liebe Ausdruck zu verleihen, wird von vielen Menschen an diesem Tag trotzdem weiterhin gedacht.

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