Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona-Krise
Familienverband fordert Betreuungsgeld für Eltern

Was ist, wenn kein Unterricht mehr stattfindet? Am Montag waren die beiden Mädchen noch auf dem Weg zum Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt (Oder). Ab morgen wird vorerst kein regulärer Schulbetrieb stattfinden.
Was ist, wenn kein Unterricht mehr stattfindet? Am Montag waren die beiden Mädchen noch auf dem Weg zum Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt (Oder). Ab morgen wird vorerst kein regulärer Schulbetrieb stattfinden. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Mathias Puddig / 17.03.2020, 04:15 Uhr - Aktualisiert 17.03.2020, 06:45
Potsdam (MOZ) Wenn ab morgen die Schulen im Land geschlossen sind, soll der Unterricht trotzdem stattfinden. Wie soll das gehen? Und was ist mit den abgesagten Klassenfahrten? Fragen und Antworten.

Wie genau sind die Regeln für die Schulen?

Von Mittwoch an bis mindestens 19. April gibt es an Brandenburger Schulen keinen Unterricht und auch keine Betreuung. Alle Klassenfahrten und schulischen Veranstaltungen werden abgesagt. Auch Praktika finden nicht statt.

Wo werden die Schulkinder dann betreut?

Darum müssen sich die Eltern kümmern. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die größte Herausforderung", sagt Sebastian Heimann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes. Er rät dazu, das Gespräch mit den Arbeitgebern zu suchen. Er warnt davor, einfach nicht mehr zur Arbeit zu gehen.

Gibt es Ausnahmen?

Ja, wenn beide Elternteile in kritischen Infrastrukturbereichen arbeiten, können die Kinder in einer Notbetreuung untergebracht werden. In Brandenburg gehören dazu: der Gesundheitsbereich, bestimmte Verwaltungsposten, Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Feuerwehr, der Vollzugsbereich, die Energie- und Abfallbranche, die Ab- und Wasserversorgung, der Öffentliche Personennahverkehr, Landwirtschaft, Handel, Versorgungswirtschaft, Ernährungswirtschaft, Lebensmittel, Einzelhandel sowie die Kindertagesbetreuung selbst.

Wer übernimmt die Kosten für ausgefallene Klassenfahrten?

Sollten Stornierungskosten für Klassenfahrten vor dem 19. April entstehen, werden diese vom Land übernommen.

Und andere Kosten?

Vieles ist noch ungeklärt. Auch was passiert, wenn Eltern in Notlagen geraten, wenn ihnen Teile des Lohns ausfallen, ist nicht sicher. Der Familienverband wirbt deshalb grundsätzlich für ein vorübergehendes Betreuungsbudget. "Das wäre eine sehr gute Möglichkeit, in einer angespannten Lage – zum Beispiel wenn Arbeitnehmer kein Homeoffice machen können – zu signalisieren: Der Staat ist für uns da", sagt Heimann. Die Höhe des Betreuungsgeldes könnte zwischen 800 und 1000 Euro liegen.

Was ist mit den Abiturprüfungen?

Die Prüfungen sollen am 20. April beginnen, also einen Tag nach dem Ende der Schulschließungen. Ob es so kommt, ist derzeit unklar. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) weist darauf hin, dass es im Mai Ausweichtermine geben soll. Die könnten auch von Jugendlichen wahrgenommen werden, die sich für die eigentlichen Termine nicht ausreichend vorbereitet fühlen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Alfred Kuck 17.03.2020 - 17:52:55

neue Sozialleistungen sind nicht das Gebot der Stunde

Ich halte es für falsch jetzt gleich nach neuen Sozialleistungen (Betreuungsgeld usw.) zu rufen. Deutschalnd hat ein starkes soziales Netz, das reicht von ALGII, Hartz IV über Wohngeld, diverse Zuschussleistungen usw. Hinzu kommt das Leben ist keine Kaskoversicherung und man muss der Bevölkerung auch zumuten einen gewissen begrenzten Zeitraum den Gürtel enger zu schnallen. Ich hätte je ein gewisses Verständnis für die Forderung nach einer Ausgleichszahlung, wenn die jetzige Situation schon ein paar Wochen vorhanden wäre. Aber bereits im Vorfeld nach Sozialleistungen zu rufen ist unverantwortlich. Aber offensichtlich sind die Rufer aus der Vergangenheit gewöhnt, dass der Staat jedes Missgeschick durch Geld ausgleicht. Wenn dies so äre wäre es fatal, denn nur durch Fleiß und Leistung und gemeinsames konzentriertes Handel werden in der Regel Krisen überwunden. Dabei sollte nicht nur an die heutige Situation gedacht werden, sondern es müssen die Weichen auch so gestellt werden, dass die Verluste, besonders im wirtschaftlichen Bereich nach der Krise schnell wieder ausgeglichen werden können und der Normalzustand schnellstmöglichst erreicht wird.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG