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Waldschutzverband
Offene Stellen in den Waldschulen besetzen

Brandenburg, Gräbendorf: Ein Model eines Hirschkäfers ist an der Hirschkäfer-Erlebniswelt am Haus des Waldes in Gräbendorf (Dahme-Spreewald) vor einer Schulklasse zu sehen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat eine schnelle Besetzung offener Stellen in den Waldschulen Brandenburgs gefordert.
Brandenburg, Gräbendorf: Ein Model eines Hirschkäfers ist an der Hirschkäfer-Erlebniswelt am Haus des Waldes in Gräbendorf (Dahme-Spreewald) vor einer Schulklasse zu sehen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat eine schnelle Besetzung offener Stellen in den Waldschulen Brandenburgs gefordert. © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 30.03.2020, 06:51 Uhr
Potsdam (dpa) Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat die Koalition in Brandenburg aufgefordert, bei dem für dieses Jahr geplanten Stellenzuwachs in der Forstverwaltung besonders die Waldpädagogik zu berücksichtigen.

"Von den 35 Stellen in den Waldschulen sind 10 noch immer unbesetzt", sagte Brandenburgs SDW-Vorsitzender Gregor Beyer der Deutschen Presse-Agentur. Zudem würden in den nächsten Jahren Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden.

Brandenburg hat 1995 als erstes Bundesland die Waldpädagogik per Gesetz allen 30 Oberförstereien zur Dienstaufgabe gemacht. In den Oberförstereien und 24 Waldschulen werden Kinder und Jugendliche mit der Natur vertraut gemacht. Nach Angaben der Forstverwaltung haben seit 2012 rund 980 000 Teilnehmer mehr als 31 700 Veranstaltungen besucht.

Durch ständige Stellenkürzungen ist die Beschäftigtenzahl in der Forstverwaltung laut Beyer seit Anfang der 90er-Jahre auf rund ein Drittel geschrumpft. Die Folgen habe auch die Waldpädagogik zu spüren bekommen. Die von der SDW betriebenen waldpädagogischen Einrichtungen, die in ihren Lehrprogrammen häufig auf die Mitarbeit der Revierförster angewiesen seien, hätten auch darunter gelitten. "Den unteren Forstbehörden fiel es in den letzten Jahren aber immer schwerer, ihre im Waldgesetz des Landes verankerten Aufgaben der waldbezogenen Bildungs- und Erziehungsarbeit umzusetzen", sagt Beyer.

In der Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Ingo Senftleben zur Waldpädagogik heißt es aus dem Umweltministerium, besonders in den Einzugsgebieten um Berlin und den größeren Brandenburger Städten seien "die Kapazitätsgrenzen erreicht oder bereits überschritten". Dort könne das Angebot die Nachfrage "teilweise nicht decken".

Im Koalitionsvertrag haben SPD, CDU und Grüne vereinbart, den Landesbetrieb Forst Brandenburg zukunftsorientiert aufzustellen. Nach einer Evaluierung bis Ende dieses Jahres sollen Struktur und Planziele des Betriebs neu festgelegt werden.

Im Nachtragshaushalt für das laufende Jahr, der dem Landtag vorliegt, will die Koalition im Forstbereich neue Zeichen setzen. "Wir werden hier erstmals seit Jahren mehr Stellen im Haushalt beschließen", sagt CDU-Umweltexperte Senftleben. Vorgesehen sei auch, die zehn offenen Stellen in der Waldpädagogik noch in diesem Jahr zu besetzen. Darüber hinaus sei mit Personalräten und Gewerkschaften eine Aufgabenanalyse abgestimmt. Daraus werde der künftige Personalbedarf abgeleitet.

Dass sich die Personallage möglichst bald nachhaltig verbessert, hofft auch Beyer. Der Stellenabbau in den Revieren habe auch in anderen Bereichen als der Waldpädagogik Spuren hinterlassen. So habe der Personalmangel dazu geführt, dass Verursacher illegaler Müllablagerungen in den Wäldern nicht ermittelt werden können, um Strafanzeigen zu stellen.

Forstleute in den Waldschulen sind hochmotiviert, machen Veranstaltungen mit Schulklassen auch wenn die Dienstzeit vorüber ist", sagt Beyer. Auf die Dauer aber demotiviere die anhaltende Sparpolitik. "Das muss sich schnell ändern."

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