Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Coronavirus
Potsdamer Bergmann-Klinikum richtet separates Covid-Gebäude ein und verhängt Aufnahmestopp

Aufnahmestopp wegen Corona im Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam.
Aufnahmestopp wegen Corona im Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam. © Foto: Christophe Gateau/dpa
Beate Bias, Ellen Hasenkamp / 01.04.2020, 15:41 Uhr - Aktualisiert 01.04.2020, 20:09
Potsdam (MOZ) In Potsdam ist am Mittwoch Brandenburgs größtes Krankenhaus für Neuaufnahmen geschlossen worden. Bereits in der Nacht zum Sonnabend waren im Ernst von Bergmann-Klinikum auffallend viele Patienten positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Daher hat das Klinikum ein separates und isoliertes Covid-Krankenhaus auf seinem Gelände eingerichtet. Diese eigene Einheit für Patienten mit Coronavirus-Infektionen sei auf zwei Gebäude auf dem Klinkcampus in der Landeshauptstadt verteilt, teilte Sprecherin Damaris Hunsmann mit. In einem Haus werden demnach Covid-Patienten behandelt, die eine intensivmedizinische Betreuung benötigen, in dem anderen Gebäude die stationären Patienten, die positiv auf den neuartigen Erreger getestet wurden, aber nicht auf eine Intensivstation müssen.

„Unsere Anstrengungen zielen aktuell auf eine strikte Trennung der Patienten und Lenkung der Patientenströme in ein Covid-positives und ein Covid-negatives Krankenhaus“, erklärte die Sprecherin. „Dies ist auch ein Lerneffekt von unseren Kollegen aus Italien und Frankreich.“ Daher hatte das Klinikum schon in den vergangenen Wochen nicht nur an der Aufstockung der Intensiv- und Beatmungskapazitäten gearbeitet, sondern auch an der Einrichtung des Covid-Krankenhauses.

Nach Angaben der Geschäftsführung ist bisher unklar, wie sich der Erreger innerhalb des Krankenhauses ausbreiten konnte. Von den 530 Patienten seien 50 mit dem Virus infiziert. Deshalb werde das Krankenhaus in medizinischen Notfällen nicht mehr angefahren. Ausnahmen seien Herzinfarkte und Geburten. Nach Angaben der Stadt ist das Robert-Koch-Institut eingeschaltet worden. Medizinische Notfälle werden jetzt in andere Krankenhäuser der Stadt umgeleitet.

Hier finden Sie unseren Liveblog zum Coronavirus in Brandenburg und Berlin.

Laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hat sich die Zahl der Neuerkrankungen in Brandenburg weiter erhöht. Innerhalb von 24 Stunden stiegen die bestätigten Infektionen um 93 auf insgesamt 1038.  Derzeit werden 77 Menschen stationär in Krankenhäusern behandelt. Nicht enthalten in diesen Angaben sind neue Infektionen aus der Landeshauptstadt Potsdam. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat die Stadt am Mittwoch keine Daten übermittelt. Von den landesweit gemeldeten Patienten müssen 17 künstlich beatmet werden. Acht Menschen sind gestorben.

In ganz Deutschland werden die geltenden strengen Kontaktbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Merkel rief die Bürger eindringlich auf, auch über die Ostertage grundsätzlich auf private Reisen und Besuche von Verwandten zu verzichten, auch wenn das schwer falle. „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“, sagte sie und warnte vor einer verfrühten Lockerung der Maßnahmen, die dann womöglich korrigiert werden müsse. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, dass es bei der Vereinbarung „absolute Einigkeit“ zwischen Bund und Ländern gegeben habe.

Vor eineinhalb Wochen hatten die Länder zunächst heftig über die Kontaktsperren gestritten. Merkel sagte, dass auch die allmähliche Aufhebung der Maßnahmen in der Zukunft im Gleichklang aller Bundesländer erfolgen solle. „Wir wollen als Bundesrepublik Deutschland gemeinsam hinausgehen“, sagte die Bundeskanzlerin. Wann dies der Fall sein werde, könne sie derzeit aber nicht sagen. Bund und Länder wollen am Dienstag nach Ostern die Lage erneut bewerten.

Eine Verschärfung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen beschlossen Bund und Länder nach den Worten von Söder ausdrücklich nicht. Auch er warnte aber vor „voreiligen Exit-Debatten“. Eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz in der Öffentlichkeit wie in Österreich soll es in Deutschland demnach nicht geben. (mit dpa)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG