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Corona-Krise
Schutzmasken für Ärzte in Brandenburg sind eingetroffen

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg verteilt  Schutzausrüstung an tausende Brandenburger Praxen. Der Bestand reicht dennoch nicht aus.
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg verteilt Schutzausrüstung an tausende Brandenburger Praxen. Der Bestand reicht dennoch nicht aus. © Foto: Friso Gentsch/dpa
Katharina Schmidt / 06.04.2020, 12:50 Uhr - Aktualisiert 06.04.2020, 15:57
Potsdam (MOZ) Seit Montagmorgen verteilt die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) Schutzausrüstung an tausende Brandenburger Praxen. Neben den Vertragsärzten und -psychotherapeuten bekommen Corona-Abklärungsstellen und Bereitschaftsdienstpraxen jeweils 50 OP-Masken und zehn höherwertige Schutzmasken mit dem wichtigen FFP2-Sicherheitsstandard. 

Die FFP2-Masken filtern die Luft vor dem Einatmen und sollen damit vor Neuansteckungen schützen. OP-Masken schützen eine infizierte Person davor, das Virus zu verbreiten. Rund 198.000 Schutzmasken sind es insgesamt, aber auch Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzbrillen werden ausgeliefert.

"Dass die Mengen nicht ausreichen, ist uns auch klar", sagte KVBB-Sprecher Christian Wehry dieser Zeitung am Montag. Denn die tatsächlich gelieferte Anzahl an Schutzausrüstung sei "längst nicht so viel wie erhofft", bedauerte der Sprecher. Man brauche in den nächsten Wochen und Monaten Millionen dieser Masken. 

Aktuelles in unserem Corona-Blog: Coronavirus und die Folgen für Brandenburg und Berlin

Warenbeschaffung aus China

Die Lieferung erreichte das Logistikzentrum der KVBB schon am Donnerstag und Freitag. Am Wochenende wurden die Waren für die 3300 Praxen vorbereitet, sodass Montagmorgen mit der Auslieferung durch das DRK begonnen werden konnte. Dabei gab sich das Team größte Mühe, den konkreten Lagerort bei Potsdam möglichst geheim zu halten, aus Sorge vor Diebstählen.

Von der Ware, die vornehmlich aus Shanghai stammt, organisierte die KVBB 80 Prozent. Den Rest orderte das Bundesgesundheitsministerium. "Hätte man mir vor fünf Wochen gesagt, dass ich mich Warenbeschaffung aus China beschäftigen würde – ich hätte es nicht geglaubt", erzählt Wehry. Denn eigentlich zählt die Bestellung von medizinischer Schutzausrüstung nicht zu den Aufgaben der KVBB, die sich aber angesichts der Corona-Krise den Hut dafür aufgesetzt hat.

Tröpfcheninfektionen auch über die Augen

Beim Bestellprozess sind die Mitarbeiter kreativ geworden und haben neben den medizinischen Schutzbrillen zusätzlich Sport- und Skibrillen angefordert: "Es wird häufig vergessen, dass Tröpfcheninfektionen auch über die Augen übertragen werden können", erklärt Wehry die ungewöhnliche Ware.

Die KVBB ist zunächst in Vorkasse für die Lieferung gegangen. Abgerechnet werde nach der Krise. Der Schutz der Brandenburger Mediziner habe höchste Priorität, erklärte KVBB-Vorstandsmitglied Holger Rostek ineiner Pressemitteilung. "Das wichtigste ist, dass unsere Ärzte und Psychotherapeuten in der Corona-Pandemie ausreichend geschützt sind. Sie stehen in der ersten Reihe und behandeln nicht nur COVID-19-Patienten, sondern halten auch die ambulante Regelversorgung aufrecht."

Wann mit der nächsten Lieferung zu rechnen sei, darauf wollte sich Christian Wehry lieber nicht festlegen. Die vielen Ausfälle der letzten Wochen haben ihn eines besseren belehrt. Es sei zwar bald eine neue Fuhre angekündigt, "ich glaube es aber erst, wenn die Kisten auch tatsächlich auf dem Hof stehen", so der KVBB-Sprecher.

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Die Masken sind nach Einschätzung der KVBB dann wichtig, wenn Abstriche von möglicherweise mit dem Coronavirus infizierten Menschen genommen werden. „Die Ärzte müssen die Stäbchen weit in den Rachen oder tief in die Nase der Testperson schieben, das heißt, sie müssen den Patienten wirklich sehr nahe sein“, sagte der Sprecher. (mit dpa)

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