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Coronavirus
Debatte über Maskenpflicht in Berlin

Ein Mann trägt in der S-Bahn im Bahnhof Alexanderplatz einen Mundschutz. Wegen der Corona-Pandemie könnte der in Zukunft Pflicht In Berlin werden.
Ein Mann trägt in der S-Bahn im Bahnhof Alexanderplatz einen Mundschutz. Wegen der Corona-Pandemie könnte der in Zukunft Pflicht In Berlin werden. © Foto: Carsten Koall/dpa
dpa / 20.04.2020, 17:23 Uhr - Aktualisiert 20.04.2020, 19:10
Berlin (dpa) Nachdem andere Bundesländer in der Corona-Krise auf eine Maskenpflicht für den Einzelhandel und den öffentlichen Personennahverkehr setzen, wird auch in Berlin darüber diskutiert. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) plädiere für eine solche Regelung zumindest für Busse, S- und U-Bahn, wurde am Montag aus Kreisen der rot-rot-grünen Koalition bestätigt.

Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet. Schon vor einer Woche hatte Müller erklärt, er könne sich eine Maskenpflicht „für bestimmte Situationen“ vorstellen.

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Die Grünen sehen solche Überlegungen mit Skepsis. „Wer eine Maskenpflicht fordert, muss der Bevölkerung auch Masken bereitstellen können“, sagte Fraktionschefin Antje Kapek. „Das ist weiterhin nicht der Fall, und die Masken, die es gibt, müssen dem Personal im Gesundheitswesen vorbehalten sein.“ Aus Kapeks Sicht ist eine dringende Empfehlung zur Bedeckung von Mund und Nase zum Schutz von Mitmenschen zielführender: „Vor allem dort, wo viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften.“

CDU-Landeschef Kai Wegner und CDU-Fraktionschef Burkard Dregger sprachen sich hingegen für eine Verpflichtung in bestimmten Bereichen aus. „Eine befristete Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Masken im Öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel sowie im Rahmen des Arbeitsschutzes wird vorübergehend Teil der neuen Normalität sein“, schrieben sie in einem Strategiepapier.

Auch aus Sicht der FDP sollte Berlin dem Beispiel anderer Bundesländer folgen. „Masken schützen davor, andere anzustecken“, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt. „Zum Schutz der Passagiere sollten zudem in S- und U-Bahn-Stationen flächendeckend Spender zur Händedesinfektion installiert werden“, forderte er. Auch die Auslastung der Busse und Züge müsse besser gesteuert werden. „So könnten Infektionen vermindert und den Menschen die Angst vor Ansteckungsgefahren im ÖPNV genommen werden.“

Bei der Bund-Länder-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war am vergangenen Mittwoch eine „dringende Empfehlung“ beschlossen worden, eine Maske - genauer gesagt einen einfachen Mund-Nasen-Schutz - in Geschäften oder Verkehrsmitteln zu tragen. Der Berliner Senat hatte sich dieser Empfehlung einen Tag später angeschlossen. Inzwischen haben Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eine Maskenpflicht beschlossen, außerdem diverse Kommunen. Der Senat in Berlin berät am Dienstag erneut über das Thema.

Ein Nasen-Mund-Schutz kann nach Auskunft von Virologen verhindern, dass der Träger das Coronavirus auf andere überträgt. Nicht zu verwechseln ist ein solcher Schutz mit medizinischen Masken, mit der sich auch der Träger vor Ansteckung schützen kann.

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