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Extremismusforschung
Forscher: AfD auch ohne Kalbitz "rechtsradikale Partei"

Dr. Matthias Quent, Direktor des Institutes für Demokratie und Zivilgesellschaft, (IDZ).
Dr. Matthias Quent, Direktor des Institutes für Demokratie und Zivilgesellschaft, (IDZ). © Foto: Bodo Schackow/dpa
dpa / 22.05.2020, 06:08 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 07:13
Erfurt/Jena (dpa) Der Jenaer Extremismusforscher Matthias Quent sieht die AfD weiter als rechtsradikale Partei - ungeachtet des Rauswurfs von Andreas Kalbitz. Dabei handele sich eher um einen kosmetischen Akt, sagte Quent der Deutschen Presse-Agentur.

"Andreas Kalbitz steht für eine neo-nationalsozialistische Rechte. Es ist immer schon immer Teil der Strategie der sogenannten neuen Rechten gewesen, sich vom Nationalsozialismus abzugrenzen. Das ist mit Kalbitz schwer", sagte Quent. Grund sei, dass der bisherige Brandenburger Partei- und Fraktionschef Mitglied in der rechtsextremen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ) gewesen sein soll.

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Geschäftsführer der AfD-Fraktion in Brandenburg sieht keine Spaltung

AfD-Chef Meuthen sieht Partei im Machtkampf hinter sich

Der AfD-Bundesvorstand hatte die Mitgliedschaft von Kalbitz vor einer Woche für nichtig erklärt. Daraufhin entbrannte in der AfD ein Machtkampf. Quent sieht Anhaltspunkte dafür, dass sich dabei die AfD-Strömung um den Thüringer AfD-Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke durchsetzen könnte.

Der jetzige AfD-Bundesvorstand könne bei einem Sonderparteitag abgewählt werden, sagte er. Wenn es Höcke gelinge, Parteichef Jörg Meuthen und jene im Bundesvorstand, die mit für den Rauswurf von Kalbitz stimmten, als Spalter darzustellen, könne er davon profitieren und auch mit Stimmen rechnen, die vorher nicht dem "Flügel" zugerechnet wurden.

"Das Risiko ist hoch für Jörg Meuthen, dass er am Ende dieses Konflikts vielleicht nicht mehr Parteivorsitzender ist und vielleicht die Partei dann sogar selber verlässt", sagte Quent.

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