Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stau
Verkehr Richtung Polen - Pfingsten droht das nächste Chaos

Stoßstange an Stoßstange: Allein die Stadtbrücke von Frankfurt (Oder) nach Slubice passierten an zwei Tagen rund um Himmelfahrt  26 000 Pkw und Busse in Richtung Polen. Durch das Messen der Körpertemperatur bildete sich ein Riesenstau.  Auch in Richtung Ostsee wird am kommenden Wochenende mit verstopften Straßen gerechnet.
Stoßstange an Stoßstange: Allein die Stadtbrücke von Frankfurt (Oder) nach Slubice passierten an zwei Tagen rund um Himmelfahrt 26 000 Pkw und Busse in Richtung Polen. Durch das Messen der Körpertemperatur bildete sich ein Riesenstau.  Auch in Richtung Ostsee wird am kommenden Wochenende mit verstopften Straßen gerechnet. © Foto: René Matschkowiak
Dietrich Schröder / 23.05.2020, 03:15 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 07:04
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nächtliche Hupkonzerte und verstopfte Straßen – für die Bewohner der Brandenburger Grenzstädte zu Polen von Schwedt über Frankfurt (Oder) bis Guben war die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag ein Graus. "Solch einen Mega-Stau habe ich nicht einmal erlebt, als es vor 2007 noch die Grenzkontrollen gab", berichtet die Frankfurterin Natalie Wagner, die an einer Straße wohnt, die zur Stadtbrücke nach Slubice führt.

Während die Einheimischen zum Teil nur über Bürgersteige oder gar nicht mit dem Auto nach Hause gelangten, regierte bei den auf die Grenzabfertigung wartenden Polen der Frust. "Ich wollte endlich mal wieder vier Tage am Stück bei der Familie sein. Stattdessen habe ich hier eine Nacht in der Schlange verbracht", schimpfte Tomasz Korolewicz aus Gorzów, der in Deutschland arbeitet.

Kein Durchkommen mehr für Polizei

Die A12 vom Berliner Ring nach Frankfurt war in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer gesamten Länge von Lkw blockiert. Selbst auf den Zufahrtsstraßen sorgten nach Stellplätzen suchende Trucker für Behinderungen.

"Da wir mit unseren Polizeiwagen nicht mehr durchgekommen sind, mussten wir Kradfahrer aus ihrem Dienstfrei am Feiertag holen", berichtet der Leiter der Verkehrspolizei im Bereich der Polizeidirektion Ost, Hanjo Loose. Die Beamten hatten alle Hände zu tun, um auf der Autobahn für eine Rettungsgasse zu sorgen und in den Innenstädten Unfälle aber auch Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Wartenden zu vermeiden.

"Insgesamt 72.000 Pkw und Busse haben am Mittwoch und Donnerstag die Grenzübergänge von Küstrin bis Görlitz in Richtung Polen passiert", berichtete am Freitag die Sprecherin des polnischen Grenzschutzamtes  Krosno Odrzanskie, Joanna Konieczniak. Die Lkw wurden gar nicht mehr gezählt. "Da bei fast allen Insassen die Körpertemperatur gemessen wurde und alle Ausländer kontrolliert werden mussten, ob sie nach Polen einreisen dürfen, hat es  so lange gedauert", fügt sie hinzu.

Pfingsten und Fronleichnam drohen erneut Staus

Mehr noch: "Da es am kommenden Wochenende in Deutschland durch Pfingstmontag wieder ein verlängertes Wochenende gibt, müssen wir erneut mit Staus rechnen", warnt die Polin. Am 11. Juni stehe dann mit Fronleichnam noch ein polnischer Feiertag auf dem Kalender.

Freilich berichten polnische Pendler, dass von den Behörden ihres Landes das Messen der Körpertemperatur unterschiedlich intensiv betrieben werde. "Vermutlich abhängig davon, wer gerade Dienst hat", sagt ein Slubicer, der anonym bleiben will. Für seine Theorie spricht, dass sich der nächtliche Stau in Frankfurt am Donnerstag relativ schnell abbaute – nach dem Schichtwechsel an der Grenze.

Kommende Woche droht viel Verkehr zur Ostsee

Nicht nur in Richtung Polen, sondern auch innerhalb Deutschlands selbst, dürfte es vor dem Pfingstwochenende zu Staus oder zähem Verkehr kommen. "Da in Mecklenburg alle Beschränkungen entfallen, werden viele Menschen in Richtung Ostsee fahren", erwartet Hanjo Loose von der Brandenburger Verkehrspolizei. Auch der ADAC mahnt zu Geduld. ⇥ds

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG