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Bundestagswahlen 2021
Olaf Scholz tritt in Potsdam gegen starke Frauen an

Ein Bild aus vergangenem Herbst: Olaf Scholz und Klara Geywitz bemühten sich gemeinsam um den SPD-Parteivorsitz, zogen im November aber den Kürzeren.
Ein Bild aus vergangenem Herbst: Olaf Scholz und Klara Geywitz bemühten sich gemeinsam um den SPD-Parteivorsitz, zogen im November aber den Kürzeren. © Foto: Jörg Carstensen/dpa
Ulrich Thiessen / 29.05.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 29.05.2020, 07:34
Potsdam (MOZ) Es ist noch über ein Jahr hin, bis ein neuer Bundestag gewählt wird. Hinter den Kulissen hat längst das Sortieren begonnen, wer von den aktuellen Abgeordneten im Bundestag wieder antritt, wer aufhört und wo neue Kandidaten nach vorn drängen.

Eines zeichnet sich bereits ab: Besonders spannend wird es im Wahlkreis 61 zugehen, der die Landeshauptstadt umfasst sowie Teile von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Hier treffen gleich mehrere bundesweit bekannte Politiker aufeinander – wie die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg und die grüne Bundesvorsitzende Annalena Baerbock. Die Grünen hatten bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst in einem Teil von Potsdam ihr erstes Direktmandat in Brandenburg erringen können.

In der brandenburgischen SPD wird damit gerechnet, dass es schwer werden wird, den Wahlkreis 61 zu verteidigen, den 2017 Manja Schüle gewinnen konnte – als einzigen für die Sozialdemokraten in den ostdeutschen Flächenländern. Schüle ist im vergangenen Jahr als Kulturministerin in die Landespolitik gewechselt und musste dazu ihr Bundestagsmandat abgeben.

Außerdem will in diesem Wahlkreis auch Saskia Ludwig antreten, die jetzt für die CDU parallel im Bundestag und im Landtag sitzt. Sie hatte 2017 knapp gegen Schüle verloren. Erschwerend für die CDU kommt hinzu, dass der Wahlkreis im Vergleich zur letzten Wahl verkleinert werden soll und ausgerechnet die als Unions-Hochburg geltende Stadt Werder dem westlichen Nachbarwahlkreis zugeschlagen wird.

"Ein Schwergewicht verbessert unsere Möglichkeiten, den Wahlkreis zu gewinnen", heißt es in der brandenburgischen SPD. Da trifft es sich offenbar gut, dass der aktuell medial am meisten wahrgenommene Sozialdemokrat, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, nicht wie 2005 und 2009 in Hamburg-Altona, sondern in Potsdam antreten will, wo er seit zwei Jahren wohnt.

Pikant dabei: Er sticht mit seiner Kandidatur seine  Potsdamer Parteifreundin Klara Geywitz aus. Die hatte im vergangenen Jahr ihr Landtagsmandat gegen eine grüne Kandidatin verloren. Seitdem war man in der SPD davon ausgegangen, dass sie sich 2021 um den Bundestagswahlkreis bemühen wird. Geywitz und Scholz hatten im Sommer 2019 als gemeinsames Duo um den Vorsitz der Bundespartei geworben und waren letztlich mit diesem Ansinnen gescheitert.

Am Donnerstag wurde spekuliert, ob Geywitz nun in einem der benachbarten Wahlkreise, etwa rund um Brandenburg an der Havel oder in der Region Havelland/Oberhavel, antritt. Aber auch Frankfurt (Oder) wurde genannt, schließlich hat sie Polnisch gelernt und interessiert sich sehr für das Nachbarland. Sie selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Falls Olaf Scholz von der Wahlkreisversammlung der drei betroffenen Unterbezirke aufgestellt wird, ist er automatisch der Spitzenkandidat auf der Landesliste der SPD zur Bundestagswahl, zumal wenn er dann auch noch Kanzlerkandidat seiner Partei sein sollte. Damit könnte es eng werden, wenn es um die nächsten aussichtsreichen Plätze auf der Liste geht.

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