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Verkehr
Mit der Magnetschwebebahn zum neuen Flughafen BER

Verkehrsmittel der Zukunft? Auch am Flughafen München könnte ein neues Magnetschwebesystem aus der Oberpfalz zum Einsatz kommen. Das Bundesverkehrsministerium hat dazu Anfang des Jahres eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
Verkehrsmittel der Zukunft? Auch am Flughafen München könnte ein neues Magnetschwebesystem aus der Oberpfalz zum Einsatz kommen. Das Bundesverkehrsministerium hat dazu Anfang des Jahres eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. © Foto: Transport System Bögl
Maria Neuendorff / 24.06.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 24.06.2020, 08:17
Berlin (NBR) Mit der Magnetbahn künftig zum Flughafen BER einschweben – wenn es nach der CDU geht, könnte das die "Mobilität der Zukunft" für Berlin sein. "Die Magnetschwebebahntechnik ist ähnlich leistungsfähig wie die U-Bahn, aber deutlich kostengünstiger. Wir wollen, dass das umweltfreundliche und leise System beispielsweise bei der weiteren Erschließung des BER oder der Erschließung neuer Wohngebiete zum Zuge kommt", steht in dem neuen Verkehrskonzept, das die Fraktion am vergangenen Freitag beschlossen hat.

SPD will U-Bahn verlängern

SPD-Verkehrsexperte Tino Schopf findet das Verkehrsmittel zwar interessant, aber für die BER-Anbindung überflüssig. Denn über die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 von Rudow nach Schönefeld herrsche in Berlin eigentlich schon seit Langem ein parteiübergreifender Konsens. "Man könnte eher darüber nachdenken, mit solch einem innovativen Verkehrsmittel wie einer Magnetbahn Tegel anzubinden. Denn nach der Schließung des dortigen Flughafens sollen dort immerhin 9000 Wohnungen entstehen", erklärt der SPD-Mann. Er und seine Koalitionspartner von den Grünen und Linken sind generell etwas überrascht von dem 30 Seiten langen Verkehrskonzept der Oppositions-Partei. "Bis auf die Magnetschwebebahn stehen da zum größten Teil Dinge drin, die wir schon vor zwei Jahren im Mobilitätsgesetz beschlossen haben oder die schon im Gange sind", so Schopf.

Erst vor anderthalb Wochen startete der rot-rot-grüne Senat dazu eine "Mobilitätskampagne". Auf Plakaten sowie digital im Netz werden unter dem Hashtag #umdenkenumlenken beispielhaft Projekte gezeigt. Bürger können sich unter www.berlin.de/mobilitaetswende über die Pläne zu breiteren Radwegen, den milliardenschweren Ausbau von Schienenverbindungen für Pendler bis 2030,  über autofreie Kieze sowie die "E-Bus-Revolution" informieren.

Weil rund 70 Prozent der Berliner außerhalb des S-Bahn-Rings leben, soll zum Beispiel auch in den Randbezirken ein Zehn-Minuten-Takt bei Bus und Bahn zum Standard werden. Die CDU geht aber noch einen Schritt weiter und will ein "Mobilitätsversprechen" geben. Jeder Außenbezirkler soll grundsätzlich in höchstens 30 Minuten Fahrtzeit den Bahnhof Zoo oder den Alexanderplatz erreichen können. Zudem soll bis 2030 jeder Berliner höchstens zehn Minuten Fußweg zu einem Expressverkehrsmittel (Regio, S- oder U-Bahn, Tram, X-Bus) haben.

Wie die SPD setzen sich die Christdemokraten für ein 365 Euro-Jahres-Ticket ein. Ein Zwangsticket als zusätzliche finanzielle Belastung aller Berliner lehne man allerdings klar ab, heißt es in dem Konzept.

Einig sind sich dagegen alle beim zweigleisigen Ausbau aller Berliner Bahnstrecken.  Unter anderem will man auch S75 von Wartenberg über die Bucher Straße bis nach Birkenwerder weiterführen sowie eine zweite Nord-Süd-S-Bahn durch die Stadt schaffen. Die Oberzentren (Brandenburg/Havel, Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam) sollten laut CDU-Konzept mehrmals stündlich per Metropolexpress mit Berlin verbunden werden. Der Prignitzexpress von Wittstock und Neuruppin könnte mit einem Halt in Tegel in die Stadt verlängert werden.

Was den U-Bahn-Ausbau anbelangt, so enthält das CDU-Konzept gleich zehn Vorschläge. "Das hat was von Wünsch Dir was", findet Schopf. Derzeit prüfe der Senat jedoch nur fünf Linien und müsse klären, für welche Verlängerung ab 2021 am ehesten Geld ausgegeben werden kann. Neben der U7-Verlängerung nach Schönefeld stehen eine Erweiterung der U2 in Pankow, die Anbindung des Märkischen Viertels in Reinickendorf, ein Lückenschluss am Mexiko-Platz in Zehlendorf und der Anschluss der Heerstraße in Spandau zur Debatte.

Berlins erste M-Bahn

Schon in den 80er-Jahren wurde  in Berlin eine Magnetschwebebahn gebaut. Die M-Bahn fuhr ab 1984 im Versuchsbetrieb und wurde von 1989 bis 1991 im Passagierbetrieb zwischen Potsdamer Platz und Gleisdreieck eingesetzt. Bei dem System fuhren die Züge erst auf Rädern an und kamen dann magnetisch ins Schweben. Die M-Bahn wurde aber nach der Wende demontiert, um die durch den Mauerbau unterbrochene U-Bahn-Linie   2  zu reaktivieren. Überlegungen für einen Wiederaufbau als Zubringer zum Flughafen Berlin-Schönefeld gab es damals schon, wurden aber wieder verworfen. ⇥neu

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